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      SPIELMITTEL KINDERSPIELE VON EXPERTEN GETESTET Alles zum Thema Spiele auf: www.spielbox.de
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Von großer Variabilität kann man auch bei „Zombie Kidz Evolution“ nur be- dingt sprechen. Das Grundsätzliche des Ablaufs wiederholt sich ständig, aller- dings – und das ist dem Legacy-Konzept geschuldet – mit stetig wachsenden Anfor- derungen. Vor sechs Jahren hat die franzö- sische Autorin Annick Lobet bei Scorpion Masqué „Zombie Kidz“ veröffentlicht, bei dem Kinder Zombies davon abzuhalten versuchten, einen Friedhof zu überneh- men. Der Wiederspielwert war damals be- grenzt. In der aktuellen Fassung dringen die Zombies in eine Schule ein, und ein Kinderteam von zwei bis vier kleinen Hel- den muss in guter Abstimmung versuchen, alle vier Schultore zu schließen.
Würfelgesteuert tauchen die Untoten in fünf Schulräumen auf. Acht von ihnen be- drohen insgesamt die Lehranstalt, vier ste- hen schon in den Schulhöfen, die anderen warten draußen vor dem Zaun.
Wenn alle acht Zombies eingedrungen sind und keiner mehr folgen kann, verlie- ren die kleinen Abenteurer. Daher müssen sie sich bei der Bekämpfung und beim Schließen der Tore gut abstimmen. Zum Kampf reicht schon ein kleiner Held aus, der immer einen Zombie vertreibt. Um ein Schloss an einem Hoftor anzubringen, braucht es aber zwei Helden. Daraus er- gibt sich eine logistische Aufgabe, welche die Kinder ganz schön herausfordert. Schwierig wird es vor allem dann, wenn drei Zombies einen Klassenraum beset- zen, dieser darf dann nämlich nicht mehr betreten werden. Es sei denn, das Team hat sich durch viele Kämpfe schon weiter- entwickelt, Sticker in ein kleines Hand- buch geklebt und kleine und größere Um- schläge geöffnet.
Es ist faszinierend zu beobachten, was die simple Herausforderung auch bei nicht unbedingt spielaffinen Kindern erreicht.
Erzählerisch sind die legendären Aben- teuer eher herkömmlich; das Material be- treffend bewegen wir uns in einer Papp- aufstellerwelt. Kinder, die vorher mit Stoffis unterwegs waren, sind trotzdem nicht ent- täuscht. Würfeln, Plättchen aufdecken, den Heldenbeutel nutzen und verbessern, den Talisman für ein bestandenes Aben- teuer einsammeln, kommt bei ihnen er- staunlich gut an. Mir persönlich sind die Abläufe zu redundant, die Variabilität, welche die Stoffis bieten, fehlt leider.
„Talisman – Legendäre Abenteuer“
(Pegasus) von Michael Palm und Lukas Zach; für 1–6 Kinder ab ca. 8 Jahren; Spieldauer: ca. 20–40 Minuten; Preis: ca. 35 €.
Das ist durchweg ihre Welt mit Klassen- zimmern und Schulhöfen. Der Gruselcha- rakter der Zombies hält sich in Grenzen, zumal sie auch als Lehrer- und Hausmei- sterkarikaturen auftreten.
Die Regeln erschließen sich sogar schon fünfjährigen Kindern. Eine Runde ist spä- testens nach zehn Minuten vorbei, aber dann ist nie Schluss. Gewinnen die Kinder oder triumphieren die Zombies, jedes Er- gebnis wird mit Sticker bilanziert und bringt die Gruppe dem nächsten Briefum- schlag näher. Daher werden oft fünf Run- den hintereinander gespielt, bis die näch- ste Veränderung als Verbesserung der eigenen Heldenkraft oder Verstärkung der Zombies eintritt. Dadurch ergeben sich im- mer neue Anforderungen, die den Anreiz für Folgepartien hochhalten.
Selten habe ich im Kinderspielbereich eine derartige Sogwirkung eines Spielkon- zepts erlebt. Legacy-Spiele und fantas- tische Welten sind im Kinderzimmer ange- kommen, und die Kleinen stürzen sich mit ebenso großer Begeisterung auf die Ange- bote wie Eltern oder große Geschwister auf „Pandemic Legacy“ und „Zombicide“.
Wieland Herold
„Zombie Kidz Evolution“ (Scorpion Masqué) von Annick Lobet; für 2–4 Kinder ab ca. 6 Jahren; Spieldauer: ca. 10 Minuten; Preis: ca. 22 €.
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