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SPIELMITTEL KINDERSPIELE VON EXPERTEN GETESTET Alles zum Thema Spiele auf: www.spielbox.de
ter den Monsterplan. Einmaliges Füttern macht
Kindern und Monstern Spaß.
Schiebt ein Kind allerdings ein Monstermaul frei, in dem
schon ein Monstersnack zu
sehen ist, dann rülpst das
Monster und erschreckt das
Kind. Es muss daraufhin mit
seiner Spielfigur auf einem
Pfad am Rand anfangs ein
Feld weiterlaufen, später wird
der Umweg weiter. Wer so
einmal das Spielfeld umrun-
det hat, kommt am Wachhund
vorbei, der mit einem Kno-
chen beruhigt wird. Aber nach
der zweiten Runde kann der
nicht mehr abgelenkt werden,
und das Kind muss den Dachboden ver- lassen.
Wer nach 15 bis 20 Minuten noch al- leine auf dem Dachboden ist, darf sich „Mutigster Monsterfütterer aller Zeiten“ nennen.
Im Kritzeln eine 1
Filz- und Buntstifte hatten wir bis- her und landen nun beim letzten Spiel bei der Kreide. „Im Kritzeln eine 1“ spielt mit den klassischen Schul-
Heinz Meister erweist sich wieder ein- mal als genialer Arrangeur bekannter und neuer Spielelemente. Spannend ist da- bei, dass die wachsende Bedeutung der Gedächtniskomponente den Kindern en passant untergejubelt wird. Schieben sie
utensilien, deshalb fehlen auch die Krei- detafel und ein Schwamm nicht. Der Autor kehrt die Idee der Drudelzeich- nungen um. Dafür lässt er mitten in sei-
ner Schiefertafel eine kleine quadratische Fläche frei, in die sogenannte Kritzelkarten kommen.
Hier finden wir Umrisse, Striche, Anfänge von Zeich- nungen, wie wir sie von Dru- delbildern kennen. Wer als Erster eine Eins würfelt, be- kommt Karte und Kreide und ergänzt seine Strichvorgaben zu einem Bild. Die anderen bleiben nicht untätig, würfeln reihum und dürfen wiederum bei einer Eins das Kunstwerk erraten. Wer richtig rät, be- kommt die Kritzelkarte. Wer falsch liegt, beschert dem Zeichner den Gewinn. Die Spieldauer kann individuell angepasst werden, so können nur 20 Karten ummalt werden, wer will, kann aber auch alle 46 Karten einbeziehen.
„Im Kritzeln eine 1“ ist ein kreatives Malspiel, dessen
anfangs eher zufällig die Plättchen herum, macht man um das Lorbeer- monster in der Ecke bald einen großen Bogen, denn es ist schon zwei- mal gefüttert worden.
Das alles ist toll ge- macht, zudem grafisch wunderbar umgesetzt. Auf diesem Dachboden gibt es wirklich viel zu entdecken. Haba hätte vielleicht nur etwas kräfti- gere Stiftfarben spendie- ren können.
„Bitte nicht füttern“ (Haba) von
Heinz Meister; für 2–4 Kinder ab b
ca. 5 Jahren; Spieldauer: ca. 15 Mi- nuten; Preis: ca. 15 €.
Au orderungscharakter mit Tafel und Kreide für Kinder ab fünf Jahren hoch ist. Die Tafel und die Ausgangskarten unterhalten ein Kind auch für längere Zeit alleine. Wer kompetitiv spielt, braucht kaum Zeichentalent. Mit nur we- nigen Folgestrichen kann das ge- wünschte Objekt angedeutet werden. Ehrlichkeit ist allerdings gefordert. Wer ganz sicher gehen will, lässt die kleinen Künstler vorher aufschreiben, was sie malen möchten, damit der Rateversuch korrekt überprüft werden kann.
Die Mischung aus Drudel und Mon- tagsmaler erfindet das Malspielen nicht wirklich neu, trotzdem überzeugen Ma- terial und die stimmige Umsetzung nicht nur Kinder, sondern auch mitspielende Erwachsene so sehr, dass das kleine Kreidestück schnell aufgebraucht ist.
Wieland Herold
„Im Kritzeln eine 1“ (Eigenverlag, Ver- trieb: Peter Menk) von Walter Hanel; für 2–6 Kinder ab ca. 5 Jahren; Spieldauer: ca. 15–30 Minuten; Preis: ca. 18 €.
2391 | SPIELMITTEL 54/20184


































































































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