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SPIELMITTEL KINDERSPIELE VON EXPERTEN GETESTET
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Mit dem Stift in der Hand
Fingerfertigkeit können Kinder nicht nur mit Geschicklichkeitsspielen üben. Krit- zeln und Malen – alles mit dem Stift in der Hand – machen Spaß und sind zugleich vorschulische Übungen.
Exaktheit beim Malen, Mädchen halten länger mit den Stiften aus. Ich bin mir si- cher, dass das grobe Ausmalen ohne die Korrektheitswertung ausgereicht hätte, denn gerade dieser letzte Teil sorgt oft genug für Streitigkeiten unter den Kin- dern. Ein Schiedsrichter kann daher bei „Speed Colors“ nicht schaden.
Grundsätzlich ist diese Mischung aus Malen und Memorieren klasse. Gerade mit Blick auf die Fingerfertigkeit beim Malen ist „Speed Colors“ eine gute Vor- übung für die Schule, daher ergibt das Einstiegsalter mit fünf Jahren Sinn. Als
Speed Colors
Das gilt ganz besonders für „Speed Colors“ von Erwan Mo- rin, das aus sechs Filzstiften, 55 Bildkarten und zu bemalenden Punktan- zeigern besteht.
Die Bildkarten besitzen eine farbige und eine Umrissseite mit sechs Flächen, die den sechs Stiftfarben entsprechen. Zuerst haben die kleinen Malkünstler die Farbseite vor sich und prägen sich bei- spielsweise eine grüne Sonne über einer roten Palmeninsel ein, wo ein gelber Baum mit blauen, orangen und violetten Blättern steht. Anschließend soll die schwarz-weiße Rückseite möglichst sauber und der Vorlage entsprechend angemalt werden. Alle bedienen sich dabei nur aus dem Schachtelvorrat der sechs Farbstifte. Wer gut aufpasst, kann dadurch scheinbar führende Kinder aus- bremsen und ihnen die letzte Farbe rechtzeitig stibitzen, um sie für das eige- ne Bild zu verwenden.
Sobald jemand fertig mit der Kolorie- rung ist, legt er den Stift in die Schachtel und ruft „Stopp!“. Alle anderen dürfen dann allerdings mit den Stiften, die sie gerade im Gebrauch haben, noch ihre Farbflächen in Ruhe beenden.
Bei der Punktvergabe geht es nicht nur um richtige Farben, sondern auch um das akkurate Ausmalen. Wenn beides stimmt, gibt es zwei Punkte, falsche Farben, die aber penibel gemalt sind, bringen immer-
Bitte nicht füttern
Malen lässt auch Heinz Meister. Sein „Bitte nicht füttern“ wurde bislang völlig zu Unrecht über- haupt nicht wahrgenommen. Dabei be- sitzt auch Meisters Spiel alles, was viele Titel auf der Empfehlungsliste der Jury Kinderspiel des Jahres auszeichnet. Es ist originell, Memoelemente werden mit einem Schiebespiel und Kreativität beim Malen verwoben.
hin noch einen Punkt. Schön geregelt ist, dass die Punktewertung sichtbar auf eine Schlange übertragen wird.
Eine Partie geht über vier Runden. Nach jeder lassen sich die bemalten Kar- ten erstaunlich gut mit einem Schwämm-
chen am Kopf der Stifte reinigen. Wer schwach im Malen oder Merken ist, be- kommt einen kleinen Nachteilsausgleich, der die Nutznießer manchmal aber auch selbst verwirrt: Sie dürfen zwei Farbkap- pen tauschen, sodass in der letzten Run- de kein Filzstiftkopf mehr der eigentli- chen Farbe entspricht.
Der Au orderungscharakter von „Speed Colors“ ist anfangs sehr hoch, aber bald scheiden sich die Geister. Jun- gen stören sich häufig an der verlangten
Die Spielgeschichte ist allerdings schon etwas an den Haaren herbeigezo- gen, und auch der Name sollte nicht wörtlich genommen werden. Monster verstecken sich einmal nicht unterm Bett, sondern tauchen ständig unter den auf dem Dachboden herumliegenden Kisten, Kartons, Büchern, Spielen und Kleidungsstücken auf. 24 Schiebekärt- chen mit entsprechendem Krimskrams
Wettbewerbsspiel funktioniert das Ganze aber nur in einigermaßen homogen be- setzten Gruppen, weil sonst garantiert nach den ersten beiden Bildern zwei Jun- gen frustriert die Segel streichen.
„Speed Colors“ (Game Factory) von Erwan Morin; für 2–5 Kinder ab ca.
5 Jahren; Spieldauer: ca. 15 Minute e
Preis: ca. 15 €.
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verdecken 25 hungrige Monstermäuler. Wer an der Reihe ist, verschiebt ein oder mehrere Plättchen und füttert das dann sichtbare Monster. Die Fütterung wird nur malend vollzogen. Dazu besitzt je- des Kind einen Buntstift und malt damit seinen persönlichen Monstersnack ins sichtbare hungrige Maul. Diesmal wird real auf Papier gemalt, denn für jede Partie kommt ein neues weißes Blatt un-
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