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Die Begeisterung ist nicht nur bei Jun- gen groß. Dabei ist das Können oder Nichtkönnen weitaus weniger bedeut-
Die Legende des Wendigo
Abschließend geht es thematisch noch gruseliger zu als im tanzen- den Spukhaus. Jungpfadfinder lauschen am Lagerfeuer der blutrünstigen „Legende des Wendigo“, einer Horrorge- stalt mit einem Herz aus Eis. Spielerisch kommt es darauf an, was gut ein Drittel des Genres ausmacht: genaues Beob- achten und Merken.
32 Mitglieder hat die Sippe. Bunt durcheinandergewürfelt sind sie auf runden Pappscheiben abgebildet. Mit ihren Pfadfinder-Uniformen ähneln alle einander irgendwie. Erst der genaue Blick zeigt die dicken und dünnen, klei- nen und großen, die mit roter oder blau- er Krawatte und die mit Krempenhut oder Basecap.
sam als bei „Panic Mansion“. Eine Sau- rierkarte von der Schachtelkante zu schnipsen, bekommt jeder hin.
Im Grunde haben wir es mit einem spannenden Duell zu tun. Einer über- nimmt die Rolle des Monsters, das ei- nen Kartensatz erhält, auf dessen Rück- seite der Wendigo zu sehen ist. Ihm gegenüber sitzt ein Team, das über ei- nen bis auf die Rückseite identischen Kartensatz verfügt. Bis zu fünf Jäger halten die Kartenauslage im Blick. Je mehr Augenpaare beteiligt sind, umso schwerer wird es für das Monster.
Am Anfang müssen alle ihre Augen schließen oder sich abwenden, damit der Wendigo seine blutrünstige Tour durchs Pfadfinderlager starten kann, in- dem er eine Karte austauscht. Anschlie- ßend beginnt der eigentliche Kampf, der an „Die Werwölfe von Düsterwald“
Der große Spielspaß in der kleinen Schachtel ist beachtlich, allerdings wür- de ich mir eine Version mit standfester Schachtel wünschen. Die jetzige bleibt bei den Schnippversuchen nicht immer unbeweglich stehen. Trotzdem erntet das Saurierspiel begeistertes Lob von den kleinen Mitspielern.
Haba empfiehlt „Dino World“ für Sechs- jährige, ich habe aber schon Vierjährige erlebt, die mich ohne Schwierigkeiten auf der Saurierjagd begleitet haben.
„Dino World “ (Haba) von Marco Pranzo, Virginio Gigli und Flami-
nia Brasini; für 2–4 Kinder ab ca.
6 Jahren; Spieldauer: ca. 15 Minuten; Preis: ca. 7 €.
erinnert. In der Nachtphase schnappt sich der Wendigo einen Pfadfinder und nimmt dessen Stelle ein. Tagsüber dis- kutieren die Pfadfinder die Auslagenver- änderungen und versuchen, das Mon- ster zu finden.
In den ersten Runden hilft oft nur der Zufall. Mit der Zeit machen sich aber genaue Beobachtungen bezahlt, so- dass aus Vermutungen allmählich si- cheres Wissen wird.
Zufallstre er sind nicht unbedingt dem Spielreiz dienlich. Daher wird nach Wiederholung im Grunde nur dann ge- fragt, wenn der Wendigo nach fünf Run- den unentdeckt geblieben ist oder er knapp vorher entdeckt wurde. In die- sem Fall will jeder einmal Wendigo sein.
Mich stört allerdings die viel zu knapp bemessene Sanduhrzeit, die ältere Kin- der vom Diskutieren abhält.
Machen jüngere Kinder mit, sollte nach der Tipp-Variante verfahren wer- den, bei welcher der Wendigo nach je- dem falschen Rateversuch einen Hin- weis auf die zu suchende Figur gibt.
Wieland Herold
„Die Legende des Wendigo“ (Scorpion Masqué) von Christian Lemay; für 2–6 Kinder ab ca. 6 Jahren; Spieldauer: ca. 5–10 Minuten; Preis: ca. 20 €.
297 | SPIELMITTEL 54/20184


































































































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