Page 32 - Spielmittel_0319
P. 32

     SPIELMITTEL VON EXPERTEN GETESTET Alles zum Thema Spiele auf: www.spielbox.de
                                                                               „Kennerspiel des Jahres“-Gewinn im ersten Anlauf: „Flügelschlag“-Autorin Elizabeth Hargrave mit Feuerland-Chef Frank Heeren
   Etwas komplexer ausgefallen ist „Carpe Diem“ von Stefan Feld, das unter dem Ravensburger Label alea erschienen ist. Es lässt sich als strate- gisches Stadtbau-Puzzle beschreiben, bei dem jeder Teilnehmer sein eigenes Viertel nach unterschiedlichen Rahmen- bedingungen optimal zu entwickeln versucht. Die Bauplättchen mit ihren Gebäude- und Landschaftsteilen ste- hen zwar kostenlos zur Verfügung. Der Zugriff aufs nächste beschränkt jedoch auf die beiden aktuellen Nachbarfelder der zentralen Auslage. Dies erfordert planvolles Vorgehen, um zu vermeiden, dass einem die Konkurrenz dringend benötigte Teile vor der Nase weg- schnappt.
Punkten lässt sich nämlich grund- sätzlich nur mit kompletten Bauwerken oder Landschaften. Und auch diese nutzen bei den vier Durchgangswer- tungen oft nicht, wenn man zu weit hinten in der Wertungsschlange gelan- det ist, was sogar zu Punktabzügen führen kann. Diese Form innovativer Auftragsabwicklung ist von der Jury zu Recht als spieltechnisches Glanz- stück gepriesen worden. Alles hängt mit allem zusammen, und außer bei der Auslage der Bauplättchen zu Beginn
eines Durchgangs hat Fortuna keinerlei Einfluss auf das jederzeit spannende Geschehen.
Ein Spielerlebnis ganz besonderer Art beschert schließlich „Detective“ des polnischen Autorentrios Przemysław Rymer, Ignacy Trzewiczek und Jakub Łapot (Pegasus Spiele). Es fühlt sich
Knäuel von Handlungssträngen zu ent- wirren. Dazu verhören sie Zeugen und Verdächtige, sammeln Blutspuren und Fingerabdrücke, sichten Akten, durch- forsten die behördliche Datenbank und recherchieren sogar im Internet. Ent- sprechender Zugang ist deshalb unver- zichtbar.
Mithilfe von Notizen, Pinnwand und Mindmap diskutieren die Detektive den Stand der Ermittlungen, um möglichst effektiv vorzugehen und Überstunden zu vermeiden, die Stress verursachen und deshalb zum Punktabzug führen. Das ist konzeptionell voll überzeugend gelöst, auch was den Zeitfaktor anbe- langt, und höchst kommunikativ. Aber naturgemäß auch sehr zeitintensiv, denn unter drei Stunden ist ein Fall kaum zu schaffen, wenngleich sich allmählich eine gewisse Routine ein- stellt. Trotzdem ist diese Herausforde- rung an Teamgeist, Akribie und Kombi- nationsvermögen eines nie, auch nur eine Sekunde langweilig!
L.U. Dikus
www.spiel-des-jahres.com
     echt an und vermittelt eindrucksvoll, dass polizeiliche Ermittlungsarbeit alles andere als ein Kinderspiel ist. Bis zu fünf Detektive treten an, um in fünf miteinander verknüpften Fällen ein
   Nominierte und Gewinner auf dem „Spiel des Jahres“-YouTube-Kanal:
     30 | SPIELMITTEL 3/2019






















































































   30   31   32   33   34