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       SPIELMITTEL VON EXPERTEN GETESTET Alles zum Thema Spiele auf: www.spielbox.de
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Zwar ist dieses Wort dem Bürger- meister bekannt, der jedoch verstummt ist und an ihn gerichtete Fragen im We- sentlichen nur mit Ja, Nein oder Viel- leicht beantworten kann. Die Seherin, die ebenfalls Kenntnis davon hat, muss sich auf geschicktes Fragen beschrän- ken. Denn sollten die Werwölfe sie enttarnen, verliert das Zauberwort seine Wirkung. Die Wölfe müssen ihrerseits auch darauf bedacht sein, sich nicht durch die Art ihrer Fragestellung oder auffälliges Schweigen verdächtig zu machen, während sie versuchen, die Dorfbewohner auf eine falsche Fährte zu locken. Gesteuert wird der Ablauf durch eine App, lässt sich aber auch durch einen Spielleiter ohne Smart- phone abwickeln.
Spiele für größere Runden hatten es der Jury in diesem Jahr angetan. Auch der dritte Aspirant auf den Titel, das
Kartenspiel „L.A.M.A.“ aus dem Verlag Amigo Spiel + Freizeit, kann immerhin zu sechst gespielt werden, funktioniert allerdings auch schon mit zwei Ak- teuren. Seinem Autor Reiner Knizia ist es auf geniale Weise gelungen, das Prinzip des Kartenablegens auf das ab- solute Minimum zu reduzieren und da- mit bei Spielern aller Zielgruppen immer wieder Emotionen zu wecken.
Beim Ausspielen der anfangs sechs Handkarten darf auf eine Zahl immer nur dieselbe oder eine um eins höhere Zahl gelegt werden. Als Bindeglied zwischen 6 und 1 dienen Lamas. Wer nichts Passendes auf der Hand hat, darf eine Karte nachziehen oder aus- steigen. Sobald sich ein Spieler blank gespielt hat, endet die Runde, und alle anderen kassieren Minuspunkte für ihre verbliebenen Karten, wobei ein Lama mit zehn Punkten besonders schmerz- lich ausfällt. Wie tröstlich, dass jeder
Wert nur einmal zu Buche schlägt. Der Gewinner darf einen seiner bereits kassierten Strafchips zurückgeben, was pfiffiger Weise auch ein 10er-Chip sein kann.
Höhenflug mit Vogelkarten
Gleich mit ihrem Erstling „Flügelschlag“ hat sich die US-amerikanische Autorin Elizabeth Hargrave den Titel „Kenner- spiel des Jahres“ gesichert, der ambiti- onierten Gelegenheitsspielern Orientie- rung geben soll. Und auch ihr deutscher Verlag Feuerland Spiele hat bereits im ersten Anlauf mit einem Schlag die
erfolgsverwöhnte Konkurrenz zu über- flügeln vermocht.
Das wunderschöne Cover zieht sofort Aufmerksamkeit auf sich. Zu gefallen wissen auch die detailfreudigen Abbil- dungen der unterschiedlichsten Vogel- arten auf den Karten und die übrige Ausstattung mit einem Würfelturm in Form eines Vogelhäuschens zur Nah- rungsbeschaffung und kleinen Eiern, die als Zahlungsmittel und Punktliefe- ranten dienen. Wer einen Vogel mit dem richtigen Futter anlockt, darf ihn im artgerechten Lebensraum auf dem eige- nen Tableau platzieren, wo er einmalig sofort oder immer wieder im weiteren Verlauf hilfreiche Dienste leistet.
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Flucht schlagen können.
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               „L.A.M.A.“-Autor Reiner Knizia (links) ist immer für eine witzige Verkleidung zu haben
Wer seine Futter-Eier-Vogel-Maschine erst einmal zum Laufen gebracht hat, kann sowohl bei Zwischenwertungen als auch am Schluss mittels diverser Sammelziele Punkte einfahren. Eingän- gige Regeln und eine klare Struktur ermöglichen einen schnellen Einstieg und einen zügigen Ablauf. Damit das Geschehen aufgrund immer längerer Kettenzüge zeitlich nicht aus dem Ruder läuft, nimmt die Anzahl der Aktionen von Runde zu Runde ab. Obwohl die 170 Vogelkarten ohnehin für reichlich Ab- wechslung sorgen, ist eine Erweiterung bereits in Vorbereitung, wie am Rande der Preisverleihung zu erfahren war.
  29 | SPIELMITTEL 53/20194
















































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