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    SPIELMITTEL VON EXPERTEN GETESTET
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              SPIEL UND KENNERSPIEL DES JAHRES 2019
Beflügelt zum Ratevergnügen
40 Jahre sind nun schon ins Land ge- gangen, seit von einer unabhängigen Kritikerjury erstmals die Auszeichnung „Spiel des Jahres“ verliehen wurde. Was unter der Schirmherrschaft der damaligen Familienministerin Antje Huber in Essen begann, wurde jetzt anlässlich des Jubiläums in Berlin von Monika Grütters als Staatsministerin für Kultur und Medien fortgesetzt, die in ihrer Eröffnungsrede die Verdienste der Jury um Entwicklung und Akzep- tanz analoger Spiele über die Gren- zen Deutschlands hinaus würdigte. Nicht nehmen ließ sie es sich, nach Vorstellung aller Kandidaten bei der Enthüllung des diesjährigen Gewin- ners selbst mit Hand anzulegen.
Gegen starke Konkurrenz durch- gesetzt hat sich das kooperative Wortratespiel „Just One“ des französischen Autorenpaars Ludovic Roudy und Bruno Sautter aus dem Ver- lag Repos Production. Mit einem Mini- mum an Regelwerk entfaltet es einen Sog, dem sich keiner der 3 bis 7 Teilneh- mer zu entziehen vermag. 110 Karten geben jeweils einen Begriff vor, zu dem jeder Tippgeber genau einen Hinweis auf einem abwischbaren Kunststoffbänk- chen notiert. Bevor nun aber der Rater davon Kenntnis erlangt, müssen erst noch alle mehrfachen Hinweise gelöscht werden.
Und genau dies lässt die Tippgeber ins Grübeln kommen. Einerseits soll ein Hinweis ja möglichst aussagekräftig aus- fallen, damit der Rater nicht in die Irre geleitet wird. Andererseits muss man na- türlich das Risiko ins Kalkül ziehen, dass gerade solche Hinweise auch von ande- ren notiert werden, sodass womöglich nur wenige Informationen für den Rater übrig bleiben. Dieser sollte bei seinem Bemühen, dem gesuchten Wort assozia- tiv auf die Spur zu kommen, laut fabulie- ren und damit die ganze Runde an sei- nen Nöten und Einfällen teilhaben lassen.
In ihrer Begründung bezeichnet die Jury „Just One“ als einen „Geistesblitz kommunikativer Spielfreude, der in jeder Runde einschlägt und einen bleibenden
Eindruck hinterlässt“. Wie richtig sie damit liegt, sollte sich zum Abschluss der Veranstaltung zeigen, als sich Frau Minister am Stand des Siegerspiels zu einer Partie mit einem der Autoren und
      dem Vorsitzenden der Jury animieren
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ließ. Da spiegelten sich Nöte beim Über-
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legen ebenso wie strahlende Freude
nach erfolgreichem Raten in ihrer unver- stellten Miene.
      Mit „Werwörter“ des US-Amerika- ners Ted Alspach (Ravensburger) hatte
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es ein weiteres Wortratespiel auf die
Nominierungsliste geschafffft, das sogar für 4 bis 10 Teilnehmer ausgelegt ist, gleichwohl aber in lediglich fünf Minu- ten über die Bühne geht. Es basiert auf dem „Werwölfe“-Spielprinzip, das sich seit einer Reihe von Jahren wachsen- der Beliebtheit erfreut. Wie dort schlüpft jeder Teilnehmer in eine Rolle, die nur ihm selbst bekannt ist. Gesucht ist hier das Zauberwort, mit dem die Dorfbe-
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                       Staatsministerin Monika Grütters bei einer gut gelaunten Partie des „Spiel des Jahres“- Siegers „Just One“, eingerahmt (v.l.) vom SdJ-Vereinsvorsitzenden Harald Schrapers,
„Just One“-Autor Bruno Sautter und SdJ-Geschäftsführer Guido Heinecke
 28 | SPIELMITTEL 3/2019







































































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