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         SPIELMITTEL KINDERSPIELE VON EXPERTEN GETESTET Alles zum Thema Spiele auf: www.spielbox.de
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2019 kegelten Marie und Wilfried Fort gleich doppelt um Preisgewinne. Neben dem „Tal der Wikinger“ in Deutschland wurde ihre raffinierte Memovariante „Mr. Wolf“ im Februar in Frankreich mit dem As d’Or für das beste Kinderspiel ausgezeichnet. „Wir versuchen mit un- seren Spielen, etwas mit den Händen Greifbares zu schaffffen“, erzählt Wilfried Fort, der eigentlich als Schreiner arbei- tet. So richtig realisieren konnten die beiden Franzosen ihr Glück noch nicht. Lilian und Lenny, elf und acht Jahre alt, die beiden Kinder der Forts, seien auch nicht ganz unbeteiligt, berichtet Marie Fort. „Wir haben viel mit Kindern ge- spielt, in Kindergärten, Schulen und zu Hause mit unseren Kindern. Wir sind sehr stolz, gewonnen zu haben und freuen uns über diese Belohnung für unsere Arbeit.“
Neben den drei nominierten Spielen empfiehlt die Jury noch sieben weitere Spiele.*) Für Kinder zwischen vier und sechs Jahren ist dabei für jeden Ge- schmack etwas dabei, sehr viele Merk- spiele, Lauf- und Würfelspiele sowie kooperative Spielformen. Sabine Kop- pelberg lobt die Qualität des Jahrgangs: „Wir konnten aus dem Vollen schöpfen. Die Auswahl gut gemachter Spiele mit pfiffigen Spielideen“ sei diesmal sehr groß gewesen. Wieland Herold
www.spiel-des-jahres.com
*) siehe Website
A
  mit acht Feldern in das Wasser der „Go Gecko Go!“, ein Dschungelwettlauf       Nordsee, an dessen Ende vier typische
     mit Hindernissen. Die Kinder müssen in seinem Spiel Tiergruppen über eine Flussstrecke von 12 Feldern bewegen. Würfel lassen in Kombination taktische Bewegungen zu. Das Wurfergebnis set- zen die Kinder am besten so um, dass sie große Tiere vorab bewegen und dann kleinere aufspringen lassen. Brücken dürfen nur durch Schieben unterquert werden. Nach 20 Minuten ist der Würfel- und Schiebewettlauf vorüber und ein meist knapp vorn liegendes Tiergespann darf sich über den Sieg freuen. Die Jury konstatiert ein „feuchtfröhliches Vergnü- gen, das immer wieder Hochspannung“ verspreche.
Letztlich siegten nicht die Ingredien- zien ehemaliger Preisträger und der Würfeleinsatz. Der siebenjährigen Ela gefällt das Gewinnerspiel „Tal der Wi- kinger“ von Haba gerade wegen des Verzichts auf den Zufall: „Am tollsten fin- de ich, dass man es nicht mit einem Würfel spielt, sondern mit einer Kugel.“ Bei der Spielentwicklung der Franzosen stand sicherlich das alte „Kubb“ Pate, ein skandinavisches Kegelspiel mit Holz- pflöcken. Das Autorenpärchen macht daraus ein Fässerkegeln der Wikinger, das auf einem großen Puzzle-Spielplan ausgetragen wird. Nicht nur das Wikin- gerdorf mit seinen Kugelrampen und dem runden Thingplatz mit 13 Stellflä- chen für vier Holzfässer ist imposant.
Wikingerschiffe dümpeln, nicht einfach nur Papp- oder Holzscheiben, sondern dreidimensionale Langschiffe mit Mast
                                  und Rahsegel. Kein Wunder, dass sich die Kinder während der Preisverleihung lobend über das Material äußerten.
Spielerisch bietet „Tal der Wikinger“ ein raffiniertes taktisches Kegeln um Goldmünzen. Umgekegelte Fässer sor- gen für das Vorankommen von Wikin- gerchips auf dem Steg. Keiner will über die Planke ins Wasser fallen, denn dieser Wikinger geht leer aus. Er löst die Zwi- schenwertung aus, die zur Verteilung von Münzen führt.
   Nominierte und Gewinner auf dem „Spiel des Jahres“-YouTube-Kanal:
297 | SPIELMITTEL 53/20194




















































































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