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 SPIELMITTEL KINDERSPIELE VON EXPERTEN GETESTET
Alles zum Thema Spiele auf: www.spielbox.de KINDERSPIEL DES JAHRES 2019
Wikinger kegeln die Konkurrenz vom Brett
Bei der Preisverleihung für das „Kin- derspiel des Jahres“ konkurrierten 2019 zwei bayerische Autoren mit einem französischen Pärchen aus der östlichen Bretagne. Jubeln durften Mitte Juni am Ende Marie und Wilfried Fort in der Hamburger Speicherstadt, als Sabine Koppelberg, die Koordina- torin der Jury, und sechs Kinder der Klasse 2c der Grundschule Wesper- loh in Hamburg-Osdorf nach einem Countdown den Buzzer drückten, der das Siegerspiel ins rechte Licht setzte. Dass die achtköpfige Jury mit „Tal der Wikinger“ von Haba die richtige Wahl getroffen hat, machten alle sechs Kin- der auf der Bühne schon lange vorher deutlich.
In der Eingangsmoderation befragt, was denn für die Kinder ein gutes Kinderspiel sei, erklärt Ela: „Das The- ma muss mir gefallen, so wie beim ,Tal der Wikinger!‘“ Anton ist ordentliches Spielmaterial wichtig, die überzeu- gendste Lösung sieht er auch beim Wikingerspiel aus Bad Rodach. Viktoria liebt farbenfrohe und bunte Spiele, und obwohl diese Prämisse durchaus für alle nominierten Spiele gilt, verdeutlicht die Schülerin ihre Argumentation am spä- teren Siegerspiel. Der achtjährige Martin setzt bei diesen Kindervoten einen eloquenten Schlussakzent: „Ich finde es gut, dass es so viele unterschiedliche Spiele gibt. Es gibt welche zum Merken, Spiele mit Geschicklichkeit, Spiele, die man gegeneinander oder zusammen spielt. Am liebsten mag ich von allen drei Spielen, die wir gespielt haben, die Mischung von ,Tal der Wikinger‘“.
Auch wenn der Kindermund den Sie- ger vorwegnahm, spannend war es aber trotzdem noch für die Konkurrenz, die sich durchaus ebenbürtig aus einer Auswahl von 200 Spielen ergeben hat. Der renommierte Autor Marco Teubner war mit „Fabulantica“ im Rennen um den Preis. Für den 47-jährigen Autor aus dem oberbayrischen Antdorf ist die Hamburger Bühne kein Neuland. 2016 gewann er für „Stone Age Junior“ den Preis, und das Spielkonzept, mit dem er
2019 die Konkurrenz besiegen wollte, war vielversprechend.
Die Bewohner Fabulanticas lieben das gegenseitige Versteckspiel. Zwölf Märchenfiguren stecken an unter- schiedlichen Plätzen der Märchenwelt unter wertigen Burgtürmen. Drei allge- meine Auftragskarten geben vor, wer wen gerade sucht. Das kann der Flaschengeist sein, der sich mit dem gestiefelten Kater treffen möchte, oder der Prinz, der den Drachen sucht. Das Reisen im Märchenreich von „Fabulan- tica“ geschieht durch Bewegungskar- ten, die passend für diverse Land- schaftsformen zur Verfügung stehen. Für die ganz großen Sprünge hilft der
Marie und Wilfried Fort, Autoren des Siegerspiels „Tal der Wikinger“
fliegende Teppich weiter. Die Jury spricht davon, dass der Autor „auf inno- vative Weise Memo- und Laufspiel zu einem kindgerechten Ganzen“ ver- knüpft habe. „Fabulantica“ zeigt, dass alte Ideen heute noch zünden.
Der bei Haar in München lebende Jürgen Adams ist noch nicht so be- kannt als Spieleautor. Der ehemalige Münchner Lehrer war einst im Schul- auftrag als Zirkuspädagoge unterwegs. Die Pensionszeit nutzt Adams für Spiel- entwicklungen und überzeugt 2019 gleich mit zwei beachtlichen Ver- öffentlichungen im Zoch Verlag. Da ist einmal das verrückte Magnetspiel „Ab durch die Mauer“ und das nominierte
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