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SPIELMITTEL KINDERSPIELE VON EXPERTEN GETESTET
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GARDINENRINGE GABEN DEN AUSSCHLAG
Vater-Tochter-Team gewinnt
„Kinderspiel
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Unterschiedlicher hätten sie nicht sein können, die drei nominierten Spiele, die im Juni 2018 in Hamburg um den Titel „Kinderspiel des Jahres“ kämpf- ten. Ein Kinderpartyspiel um Emoti- onen trat gegen ein Schüttelspiel und eines mit Glitzersteinen an. Die Wett- quoten für den Sieger bewegten sich auf einem Level.
Spannung war daher angesagt, als Sabine Koppelberg, die Ko- ordinatorin der Kinderspieljury, mit sechs Zweitklässlern einer Hambur- ger Gundschule aus Altona den Buzzer drückte, der die Standsäule unter dem Haba-Spiel „Funkelschatz“ zum Leuchten brachte. Der Jubel war be- sonders groß bei dem Vater-Tochter- Team Lena und Günter Burkhardt. „Ich musste fast losheulen“, gestand die 21-jährige Mathematikstudentin la- chend auf der Bühne. „Jetzt habe ich es verdaut, es ist der Hammer!“
Kurz vor der Verleihung haben die Burkhardts mir noch recht entspannt die Entstehungsgeschichte ihrer Spieli- dee erzählt. Vater Günter, ehemaliger Lehrer und seit rund zehn Jahren haupt- beruflich als Spieleautor unterwegs, hat schon mit seinem Sohn Benjamin er- folgreich Spiele erfunden. Vor vier Jah- ren kippte er vor Tochter Lena die unter-
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schiedlichsten Materialien aus, darunter Holzklötzchen und Vorhangringe. „Ich
habe damit rumge- spielt, die Ringe auf- einander gestapelt und die Holzwürfel eingefüllt“, erzählt Lena. „Als ich dann die Ringe abnahm, purzelten die Steine. Das war schon die Grundidee.“ Das ei- gentliche Spiel mit Tipp-Phasen entwi- ckelte der Profiautor dann weiter. Dass aus den Holzringen dann Plastikringe
wurden, das war die Leistung der Haba- Redaktion. „Wir sind alle mit einem Drit-
tel am Endprodukt beteiligt“, konstatiert Günter Burkhardt. „Die zündende Ausgangsidee stammt von Lena, ich habe eine Spielidee dazu geliefert, aber die gelungene thematische Ein- bettung stammt von der Redak- teurin Antje Gleichmann. Ich bin nicht immer damit einverstan- den, was Verlage aus meinen Ideen machen, aber in diesem Fall hat alles ideal geklappt.“
Aus der Vorhangringsäule im Hause Burkhardts aus Bad Dit- zenbach-Gosbach in der Nähe Stuttgarts hat Haba eine dreidi- mensionale Glitzersäule mit Plastikringen gestaltet, die wie ein Eisturm wirken. Nur heißer Drachenodem bringt die Säule zum Schmelzen. Da muss ein Drachenpapa ran, der zielge- richtet Schicht für Schicht der Säule abträgt und im Laufe des Spiels 90 Funkelsteine in fünf Farben in die Tiefe purzeln lässt.
Jede Wegnahme eines Rings ist verbunden mit einer Tipp- Phase, in der die kleinen Dra- chenspieler Funkelstein-Plätt- chen möglichst in den Farben der Glitzersteine nehmen, die
oben in dem Turm zu sehen sind. Alles, was fällt und nicht in Eislöchern ver- schwindet, bekommen die Drachen- kinder für ihre Schatzhöhlen. Nach neun Eisringen ist Schluss und das Höhlen- geheimnis wird gelüftet. Natürlich pur- zelt eine Menge Glück mit herunter, wenn ein Ring entfernt wird, aber die Kinder sind überzeugt, dieses Glück be- einflussen zu können. Jede Wegnahme eines Eisrings bringt Spannung bis zum Schluss, da keiner so richtig die Ge- winne zwischendurch bilanzieren kann. Dem Reiz dieses Eisturms kann sich kein Kind entziehen, auch Jungen sind begeistert. Der achtjährige Casper, der zur Schülergruppe gehörte, die die Spiele während der Verleihung präsen-
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26 | SPIELMITTEL 3/2018



















































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