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      SPIELMITTEL KINDERSPIELE VON EXPERTEN GETESTET Alles zum Thema Spiele auf: www.spielbox.de
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Gefühle wahrzunehmen und sie zu beschreiben, ist wahrscheinlich noch schwieriger als Staupes Spiel einzupegeln. Dafür hat die Kunst- therapeutin Anna Llenas aus Barcelona „Das Farbenmonster“ erschaffen, mit dem Kinder lernen, ihre Gefühle auszu- drücken. 2015 erschien ihr Pop-up Bilder- buch zu dem Thema, seit wenigen Mona- ten gib es das „Spiel voller Gefühle“.
In Buch und Spiel versteht „Das Far- benmonster“ die Welt nicht mehr, alle Ge- fühle hat es durcheinandergebracht. Das
Kuddelmuddel aus Freude, Angst, Wut und Trauer muss es erst einmal wieder in den Griff bekommen. Anna Llena ordnet in ihrem Bilderbuch Farben Gefühle zu, und das verlangt ebenso das Spiel von den kleinen Teilnehmern.
Im Grunde ist „Das Farbenmonster“ nur eine einfache Memo-Variante, in der es darum geht, ausliegende Farbplättchen in passende Gläser für Gefühle zu bekom- men. Dazu wird das große Holzfarbmon- ster mit Hilfe eines Würfels über den Spielplan bewegt. Landet es auf einem
Feld mit einem Gefühlsplättchen, soll das Kind, das gerade diese Figur führt, etwas zu der Farbe und den dazu pas- senden Gefühlen erzählen.
Das schwarze Feld kann für die dun- kle Nacht und Ängste stehen, das gelbe Feld für wärmende Sonne und Freude. Mit Blick auf das Ende sucht das Kind anschließend das passende Marmeladenglas für den farbigen Pappchip. Dazu wird eines der acht Gläser umgedreht. Passt die Farbe, wird der Chip ins Glas geschoben. An- dernfalls müssen sich die Kinder diese Farbe fürs spätere Suchen merken.
Zusätzlich gibt es drei bunte Gläser, die für die Gefühlsverwirrung des Farb- monsters stehen. Wird ein solches Glas umgedreht, müssen die Kinder zwei leere Gläser miteinander vertau- schen. Das bunte Glas bleibt offen ste-
eine Teamvariante einfallen lassen, in welcher der Zuhörer zwei Tipps abgeben darf. Wenn die 36 Karten geräuschvoll umgesetzt wurden, wird bilanziert. Hat das Team mehr als 20 Punkte erreicht, war es „spitze“.
Der genaue Tipp bei acht Möglich- keiten ist ganz schön schwer und benö- tigt Einhörphasen. Daher empfiehlt sich der Doppeltipp auch für das Hauptspiel; dann haben auch Fünfjährige mehr Er- folgserlebnisse. Schön wäre es zudem gewesen, wenn der Verlag farblich unter- scheidbare Tippsteine spendiert hätte.
„Li-La-Laut“ (NSV) von Reinhard Staupe; für 2–6 Kinder ab ca. 5 Jahren; Spieldauer: ca. 10 Minuten; Preis: ca. 9 €.
hen und kann das Ende auslösen, wenn es das dritte bunte Glas ist. Bevor die Ver- wirrung der Gefühle dominiert, müssen die Kinder also ihre fünf Farbchips in die passenden Gläser untergebracht haben. Die Erfolgsquote ist hoch, da ein kleines Mädchen dem Farbmonster hilft. Immer wenn das Monster die Mädchenfigur trifft, dürfen die Kinder ein buntes Glas zurück- drehen.
Mit kleinen Kindern über ihre Gefühle zu reden, ist gar nicht so einfach. Meist sind von ihnen nur Farbassoziationen zu den Chips zu hören, da ist die rote Blume, das blaue Wasser und das grüne Gras. Um von dort zu Gefühlen zu kommen, müssen Eltern oder Erzieher schon stark moderierend eingreifen. Die Kinder wollen zuallererst die richtigen Gläser finden, das Drumherum interessiert sie nur nebenbei.
Die großen Holzfiguren, die Steckgläser haben einen hohen Aufforderungscharak- ter, der Memoteil des Spiels gefällt den Kleinen gut, das pädagogische Begleit- programm funktioniert dagegen meist weniger.
Wieland Herold
„Das Farbenmonster“ (Huch) von Josep M. Allué u. Dani Gómez; für 2–5 Kinder ab ca. 4 Jahren; Spieldauer: ca. 20 Minuten; Preis: ca. 29 €.
           2391 | SPIELMITTEL 52/20194

















































































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