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      SPIELMITTEL KINDERSPIELE VON EXPERTEN GETESTET
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              Schneck di-wupp!
Wer seine Kinder und deren Freunde regelmäßig als Tester einspannt, zieht ein ver- wöhntes Publikum heran. Schon wieder Karten, Würfel und Pöppel? Oft lehnt sich die Zielgruppe erst einmal abwar- tend zurück. Anders bei „Schneck di- wupp“ von Wilfried und Marie Fort. Eine Schachtel aus Metall, die Teil des Ge-
schehens ist? Das sorgt für Interesse. Sechs Schnecken in verschiedenen Farben mit dazugehörigen Symbolen wollen aufs Siegertreppchen. Sie wer- den von allen gemeinsam bedient. Je- des Kind bekommt eine geheime Karte, die angibt, welche drei Tiere es nach vorne bringen soll. Gezogen wird per Würfelwurf. Dabei muss man über-
kreuzdenken: Entscheidet man sich für den einen der beiden Würfel, so darf man die entsprechende Schnecke auf das nächste Symbolfeld des jeweils an- deren setzen. Dabei können die Tiere auch aufeinanderlanden – außer, wenn es steil bergan geht. Der Pfad zum Sieg führt nämlich einmal entlang der aufge- stellten Schachtel. Dort haften die Schnecken magnetisch, können also wie ihre echten Vorbilder senkrecht nach oben und unten kriechen.
Die Verzahnung der Würfel zu verin- nerlichen, fällt Kindern erstaunlich schwer und ist eine gute Übung für die grauen Zellen. Die Metalldose ist ein Element, das den Reiz dauerhaft hoch- hält. Ein kleiner Wermutstropfen: Je nach Wettkarten kann es passieren, dass ein oder zwei Farben für alle unin- teressant sind. Es ist eben noch keine Rennschnecke vom Himmel gefallen.
„Schneck di-wupp!“ (Haba) von Wil- fried und Marie Fort; für 2–4 Kinder ab ca. 5 Jahren; Spieldauer ca. 15 Minuten; Preis ca. 20 €.
Eisbären stehen möchte und dieser ein kreisrundes Gehege vorzieht, weiß man dann vielleicht noch.
„Leolino“ ist nicht jedeskinds Ge- schmack. Man muss Frustrationstole- ranz auch bei mehrfachem Scheitern mitbringen und vor allem den Willen, sich durchzubeißen. Unter anderem des- wegen ist die Altersangabe „ab 5 Jah- ren“ vor allem, was die höheren Level betrifft, wenig realistisch. Grundschüler ab der 1. oder 2. Klasse, die gerne kno- beln, kommen hier aber voll auf ihre Ko- sten. Für sie ist der stufenweise Anstieg im Anspruch der Aufgaben genau rich- tig. Mit seiner ansprechenden optischen und haptischen Gestaltung bietet „Leoli- no“ für diese Zielgruppe einen schönen Einstieg in die Welt der Logikrätsel.
Katrin Reil
„Leolino“ (Huch) von Inon Kohn; für 1 Kind ab ca. 5 Jahren; Spieldauer ca. 10 Minuten; Preis ca. 27 €.
                      Leolino
Deutsche Frauen bekommen ak- tuell 1,49 Kinder. Leider spielt es sich mit einem halben Geschwi- sterchen eher schlecht. Auch ein zu großer Altersabstand oder verschie- dene Vorlieben sorgen bisweilen für Mitspielermangel.
Manege frei für „Leolino“! Er ist der Protagonist des gleichnamigen Ein-Per- sonen-Logikspiels von Inon Kohn. In mehreren Schwierigkeitsstufen müssen eine Horde Tiere und ein Schwung
Kioske entlang der Laufwege eines Zoos platziert werden. Im niedrigsten Level geben die Aufgaben genau vor, wer auf welchem Weg in welcher Reihenfolge sein Gehege hat. Mit ansteigender Kom- plexität werden die Informationen jedoch immer spärlicher. Zunehmend muss man die Positionen von Gorilla, Flamingo, Snackstand & Co. logisch erschließen. Am Ende ist nicht einmal mehr bekannt, um welchen der vier möglichen Wege es geht. Nur, dass das Krokodil neben dem
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