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SPIELMITTEL KINDERSPIELE VON EXPERTEN GETESTET
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Juniorversionen
Kinderableger von großen Spielen laufen bereits seit einigen Jahren wie geschnit- ten Brot; eines davon hat es sogar zum „Kinderspiel des Jahres“ gebracht. Kein Wunder, wenn die Verlage darauf reagieren. Witzig ist aber schon, wenn Hans im Glück nun sogar einen Ableger vom Ableger vorstellt, das Kinderkartenspiel zu „Stone Age Junior“. Erstaunt reibe ich mir auch die Augen, wenn der große Kin- derspielehersteller aus Bad Rodach Juniorfassungen anbietet, und zwar zu „Ka- ruba“. „Geistesblitz“ vom Zoch-Verlag war ohnehin schon für Schulkinder geeig- net, nun aber haben wir ebenfalls eine Juniorfassung vorliegen.
der weiße Geist entsprechen der Erwar- tungshaltung. Trotzdem zuckt die Hand beim Zugreifen, wenn auf einer Karte plötzlich ein grüner Vogel, ein weißer Frosch und ein rosa Schwein zu sehen sind: nicht, um nach Fred zu greifen, son- dern um Krümel in die Hand zu nehmen. Die Fehlschaltungen im Gehirn klappen auch in der Kinderfassung. Eine Karte wird aufgedeckt, die Kinder greifen nach richtigen und falschen Figuren und wer- den bei korrekten Tieren mit Karten be- lohnt.
Genaues Hinschauen wird ebenso ver- langt wie eine entsprechend schnelle Re- aktion. Das funktioniert bei Vierjährigen schon ansatzweise und wird von Jahr zu Jahr besser. Für Erstklässler empfiehlt Zeimet, mit dem schwarzen Günni zu spielen. Immer wenn er rußgeschwärzt aus dem Schornstein auftaucht, dürfen die Kinder gar kein Tier seiner Karte er- greifen. Schließlich werden, für den Fall, dass Kinder sich die falschen Figuren schnappen, auch noch Strafkarten ein- geführt. Was fehlt, ist die eigentliche Hür- de, die „Geistesblitz“ ausgezeichnet hat. Karten, auf denen keine Figur in ihrer Far- be abgebildet ist. Da galt es, eine Figur zu nehmen, die man nicht sieht und de- ren Farbe nicht zu sehen ist. Ich hätte mir gewünscht, dass, extra verpackt, min- destens fünf solche Aufgabenkarten mit- geliefert werden. Da nur vier Figuren im Spiel sind, wäre die Lösung überhaupt nicht so schwer gewesen.
„Geistesblitz Junior“ (Zoch Verlag) von Jaques Zeimet; für 1–6 Kinder ab ca. 4 Jahren; Spieldauer: ca. 10–15 Minuten; Preis: ca. 12€.
den drei Schatzkarten aufgedeckt, haben die schatzsuchenden Kinder keine Chan- ce. Das Kartenaufdecken geschieht zufäl- lig, „Karuba Junior“ kommt ohne Memo- anteile aus, weshalb Schatzsucher durchaus scheitern. Da es aber sechs Pi- ratenschi e gibt, aber nur drei Schatzkar- ten, dürften die Kinder meist gewinnen.
Vier- und Fünfjährige stört der hohe Glücksfaktor bei „Karuba Junior“ über- haupt nicht. Mir persönlich ist das eigent- lich zu wenig, aber die Kinderreaktionen
Geistesblitz Junior
Vor drei Jahren stand hinter „Mein erstes Bohnanza“ ein didaktisches Konzept, das schon Vierjährigen Schritt für Schritt das Regelwerk von Ro- senbergs Kartenspiel näherbrachte. Ei- nen ähnlichen Weg geht nun Zoch mit Jaques Zeimets „Geistesblitz Junior“. Dessen Grundanforderungen sind da-
durch erheblich reduziert, dass sich die Kinder auf nur vier statt fünf Gegenstän- de konzentrieren müssen.
Der grüne Frosch Frodo, das gelbe Kü- ken Krümel und Ferkel Fred, natürlich ro- safarben, begleiten den Geist Günni, der einst Balduin hieß, auf seinem Ausflug zu Gülle und Kornfeld. Die Tierfarben und
Karuba Junior
Vor drei Jahren hat Haba sein Portfo- lio erfolgreich um Familienspiele er- weitert. 2016 landete „Karuba“ auf der Nominierungsliste zum „Spiel des Jah- res“. Seit dem Herbst 2017 liegt eine Juni- orausgabe als kooperatives Legespiel vor.
Die Wegeplanung auf der Schatzinsel Karuba können die Kinder relativ frei vor- nehmen. Vier Pfade führen vom Strand in den Dschungel. Piraten haben dort drei Schatztruhen versteckt. Diese gilt es zu finden, bevor die Seeräuber zurückkom-
men oder drei im Dickicht herumschlei- chende Tiger die Wege blockieren.
Die Kinder decken reihum Plättchen auf, die meist Dschungelwege zeigen, aber auch Piratenschi , Tiger und Truhen tau- chen auf. Bei der Wegeplanung müssen sie auf Verzweigungen achten, damit sie ihre Bewegungsmöglichkeiten nicht ein- schränken. Da sollte sich die Gruppe gut absprechen. Insofern sind Gefahren durch die Tiger beherrschbar. Für die Piraten gilt das nicht. Werden alle Piratenkarten vor
30 | SPIELMITTEL 2/2018


































































































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