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SPIELMITTEL KINDERSPIELE VON EXPERTEN GETESTET
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Emojito!
Eine heulende Zwiebel, eine quietschvergnügte Ente und ein Schaf, das recht dumm aus der Wolle guckt – diese und andere Zeitge- nossen bevölkern die Karten von „Emo- jito“ von Urtis Šulinskas. In jeder Runde steht ein Tier, Fabelwesen oder Gegen- stand mit überspitztem Gefühlsleben im Vordergrund.
Wer an der Reihe ist, zieht eine Emoti- onskarte und muss möglichst tre sicher deren Held imitieren. Je nach Stand des eigenen Markers auf dem Plan erfolgt die Darstellung mit Mimik, Geräuschen oder beidem. Mit sechs weiteren Karten vermischt wird die gesuchte Emotion im Anschluss ausgelegt. Nun sind die an- deren dran – je nach Variante alle ge-
ist „Emojito“ durchaus eine harte Nuss. Zwar lernen schon Kleinkinder, ihren ei- genen Gesichtsausdruck zu steuern und die Mimik ihrer Mitmenschen zu deuten. Aber die feine Nuanciertheit, die „Emoji- to“ bei der Darstellung und Erkennung von Gefühlen erfordert, verlangt selbst Grundschülern einiges ab. Die großarti- gen Bilder mit zahlreichen Details und ironischen Anspielungen sorgen dafür, dass das Frustlevel nicht zu hoch steigt und die Kinder trotz unweigerlicher Fehl- schläge am Ball bleiben. Einmal zu schauen wie ein schreckhaftes Schreck- gespenst oder zu grummeln wie ein mürrischer Alien ist eine Herausforde- rung, die so manch verborgenes Schau- spieltalent zu Tage fördert.
„Emojito!“ (Huch! & friends) von Urtis Šulinskas; für 2–14 Kinder ab ca. 7 Jah- ren; Spieldauer: ca. 30 Minuten; Preis: ca. 24 €.
Zusatzaufgaben und der durch einen Würfelmechanismus eingebaute Zeit- faktor.
Auch die Suche nach dem Dieb in der Deduktionsrunde finden Kinder zu- nächst einmal sehr spannend. Am Ende erschließt sich ihnen allerdings nicht im- mer, warum nicht zwangsläufig der Spieler mit den meisten geö neten Tü- ren oder derjenige mit den meisten Tier- freunden auch den gesuchten Fuchs vor sich liegen hat. Diese zufällige Auf- lösung macht die Kombination aus Ge- schicklichkeit und Deduktion weniger rund, als sie sein sollte.
Katrin Reil
„Fuchs du hast das Huhn gestohlen“
(Pegasus Spiele) von Inka u. Markus Brand; für 2–4 Kinder ab ca. 5 Jahren; Spieldauer: ca. 15–25 Minuten; Preis: ca. 25 €.
meinsam, jeder für sich oder ein Team gegen das andere. War das eher ein ratloser Blick oder ein ge- nervter? Ein zorni- ges Grunzen oder ein verächtliches? Wer auf das richti- ge Gefühl tippt, darf vorrücken.
Hinter den harmlos und nied- lich erscheinen- den Illustrationen
Fuchs du hast das Huhn gestohlen
Deduktions- oder Geschicklich- keitsspiel? „Fuchs du hast das Huhn gestohlen“ von Inka und Markus Brand versammelt beide Gen- res unter einem Hut. Hahn Hannes ver- misst eines seiner Hühner und hat 16 Füchse unter dringendem Tatverdacht. Sie alle verstecken sich hinter Türen im Schachtelunterteil. Mit einer langen sil- bernen Schlüsselkette können die Kin- der diese aus den Angeln heben. Dahin- ter finden sie einen potenziellen
Hühnerdieb und mit etwas Glück einen Tierfreund auf der Türrückseite. Alterna- tiv befinden sich darauf Aufgaben, die die Folgerunde schwieriger machen, z.B. einäugiges Ö nen.
Sobald der vierte Tierfreund aufge- deckt wird, endet die Partie. Mittels Hin- weiskarten verraten Katze & Konsorten zum Beispiel, ob der Hühnerdieb einen Schnurrbart, eine Brille oder einen Hut trägt. Alle Tipps miteinander kombiniert führen zum Schuldigen, der vor einem
der Spieler aus- liegt.
Die Schlüssel- kette in „Fuchs du hast das Huhn ge- stohlen“ hat einen hohen Au orde- rungscharakter, er- fordert für sich ge- nommen auf Dauer aber nicht beson- ders viel Geschick – hier helfen die
28 | SPIELMITTEL 2/2018


































































































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