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„KINDERSPIELE AUS ALLER WELT“ VON RAVENSBURGER
Egal, ob Kinder aus dem tropischen Rio oder dem nordischen Stockholm kommen, ob sie im südafrikanischen Kapstadt oder vielleicht im chine- sischen Shanghai aufgewachsen sind: Alle spielen von Herzen gern. Schnell entdecken Kindergartenkinder und Schüler aus unterschiedlichsten Kul- turkreisen Gemeinsamkeiten, wenn sie sich rund um den Spieltisch ver- sammeln. Ravensburger hat jetzt 24 der besten Spielideen aus sämtlichen Kontinenten in „Kinderspiele aus aller Welt“ zusammengefasst. Kai Hafer- kamp, der Autor des Spiels, erklärt es und verrät im Interview, wie das Projekt entstanden ist.
Mit einem kleinen Flugzeug flie- gen zwei bis vier Spieler über eine Weltkarte, auf der jeder Kontinent eine eigene Farbe und Zahl hat. Das Ziel legen Bildkarten fest; wo- hin könnte die Reise etwa gehen, wenn die Karte einen Gewürzhändler, beson- dere Schriftzeichen und ein Gebäude zeigt, das wie ein Palast aussieht? Die Rückseite gibt Auskunft: Nach Syrien in Asien führt die Expedition, und das von dort inspirierte Spiel heißt „Händeklat- schen“ – Wer scha t es, auf die Hand des Nachbarn zu klatschen, ohne dass dieser sie wegzieht? In der Türkei
schnippen die Kinder mit Murmeln, in Tansania raten sie Klötzchen, mal am Tisch, dann auf dem Fußboden oder im ganzen Zimmer. Das nötige Material liegt in der Spieleschachtel bei. Da eine solche Sammlung nie allumfassend sein kann, gibt es eine smarte Erweite- rungsoption: Wer ein Spiel aus seiner Heimat vermisst, kann es auf der bei- liegenden Blankokarte notieren.
Herr Haferkamp, wie kam es zu dieser Spielesammlung aus aller Herren Länder?
Kai Haferkamp: Das war ein glückliches Zusammentre en zweier Ideen und Schlüsselmomente. Für mich war es eine berührende Begegnung in einem Kindergarten. Ich kam zum Testen einer neuen Spielidee in eine Gruppe, in der mir die Leiterin schon im Vorfeld signali- sierte, dass es mit dem gemeinsamen Spielen schwierig werden würde. Man- che Kinder in der Gruppe sprächen noch kaum Deutsch und seien sehr schüchtern. Ich versuchte also, das Eis bei einem kleinen Jungen zu brechen, der abseits stand, indem ich mit ihm ein einfaches Hände-Abklatsch-Spiel aus- probierte: Zwei Spieler sollten die Fin- gerspitzen der geschlossenen Hände aneinanderlegen und gegenseitig ver- suchen, sich abzuklatschen.
Hat es funktioniert?
Kai Haferkamp: Der berührende Mo- ment war im wahrsten Sinne des Wortes, dass der kleine Junge nach dem Spiel meine Hand in seine nahm
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22 | SPIELMITTEL 1/2019


































































































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