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SPIELMITTEL KINDERSPIELE VON EXPERTEN GETESTET
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Die Hörbies
Im Normalfall bringt der Alltag mit Kindern einen recht hohen Lärm- pegel mit sich. Dass man bei „Die Hörbies“ von Wolfgang Lehmann ruhig sein und zuhören muss, klingt deshalb nach Balsam für geschundene Erwach- senenohren. Bis dann dieses durch- dringende Kratzgeräusch kommt...
Herzstück von „Die Hörbies“ ist das Kratzophon, eine mit Hakenband be-
schichtete Plexiglasscheibe. Zeichnet man darauf Punkte, Linien oder Kreise mit einem Holzstäbchen nach, so ent- steht ein charakteristisches, gut hörba- res Klangbild. Je nach Schwierigkeits- stufe malen die Spieler auf dem Kratzophon einfache oder komplexe schematische Bilder – von der Sonne bis hin zur Pizza. Einer kratzt und die anderen versuchen, das korrekte Motiv
auf ihren Tippkar- ten zu markieren. Für richtige Lösun- gen gibt es Häu- serplättchen zum Bau einer Hör- biestadt – ein et- was aufgesetzt wir- kender und kom- plizierter Punkte- mechanismus.
Einerseits funktio- niert „Die Hörbies“: Wenn der Bauleiter deutlich und in ei-
Fünf Steckplät-
ze hat jeder Igel
auf seinem Rü-
cken. Wer darü-
ber hinaus noch
Früchte be-
kommt, muss et-
was an die Sträu-
cher zurück-
hängen, um neue
Ladung aufneh-
men zu können.
An dieser Stelle
hinkt „Das kun-
terbunte Igelren-
nen“ erzählerisch
leider ein wenig. Davon abgesehen trägt die für Kinder äußerst nachvollziehbare Geschichte – unterstützt von den hüb- schen Illustrationen und der anspre- chenden Ausstattung – das im Grunde sehr einfache Spielprinzip. Für Vor- schüler ist der Igelwettlauf dadurch fesselnd und unterhaltsam. Ältere Kin- der wenden sich dagegen schnell lieber
ner logischen Anordnung kratzt, errät häufig jemand das gesuchte Bild. Aber ebenso häufig handelt es sich dabei im- mer wieder um den oder die selbe(n). Die Fähigkeit, Bilder zu erlauschen, ist o enbar eine Frage des Talents. Ein paar Übungspartien helfen, gleichen in- dividuelle Begabungen aber nie ganz aus. Der eine hat ein echtes Ohr fürs Kratzophon. Der andere erkennt die Motive nicht einmal dann, wenn er ein- fach nur die Zahl der Punkte und Linien mitzählt (ein Trick, den vor allem ältere Kinder und Erwachsene gerne anwen- den). Entsprechend groß ist die Schere zwischen Riesenspaß und Frustration. Das macht „Die Hörbies“ zu einer run- denabhängigen Wundertüte.
Katrin Reil
„Die Hörbies“ (Haba) von Wolfgang Lehmann; für 3–4 Kinder ab ca. 5 Jah- ren; Spieldauer: ca. 15–20 Minuten; Preis: ca. 15 €.
Das kunterbunte Igelrennen
K urzer Faktencheck: Die Sta- cheln eines Igels bestehen ge- nau wie Haare aus Keratin, sie sind innen hohl, biegsam und dienen der Gefahrenabwehr. „Das kunterbunte Igel- rennen“ von Anna Oppolzer und Stefan Kloß verleiht ihnen eine Zusatz- funktion als Picknickkorb. Die Holzigel wollen einen Beerengarten durchqueren, um mit Maus und Eichhörnchen zu schmausen. Wer unterwegs die meisten
Früchte aufpiekst, gewinnt.
Mit gepflegten, sauberen Stacheln
geht es auf dem Startfeld los. Danach entscheidet das Würfelglück, ob ein Igel in seinem Zug rastet (also aussetzt), bis zum Vordermann aufschließt oder eine Holzbeere in der gewürfelten Farbe auf seine Stacheln steckt. Die Gesamtzahl der Früchte in dieser Farbe auf seinem Rücken bestimmt, wie viele Schritte er nach vorne laufen darf. Sobald die Sträu- cher am Wegrand leergepflückt sind, dürfen sich die Wettläufer gegenseitig Beeren stibitzen, um voranzukommen.
finessenreicheren Mechanismen zu.
Katrin Reil
„Das kunterbunte Igelrennen“
(Schmidt Spiele) von Anna Oppolzer und Stefan Kloß; für 2–4 Kinder ab ca. 4 Jahren; Spieldauer: ca. 15 Minuten; Preis: ca. 20 €.
30 | SPIELMITTEL 1/2018





























































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