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Liebe Leser,
dass Kunststo e seit Jahrzehnten als Ma- terial für Spielzeug so beliebt sind, hat viele Gründe – sie können jede erdenkliche Form und Farbe annehmen, sind leicht und widerstandsfähig. Ein wichtiges Manko la- stet auf dem im Volksmund „Plastik“ ge-
nannten Sto  jedoch: Er basiert meist auf Nebenprodukten von Erdöl, einer nur begrenzt vorhandenen Ressour- ce. Experten schätzen, dass die welt- weite Ölförderung 2035 ihren Höhe- punkt erreicht und danach immer weniger des fossilen Brennsto es zur Verfügung steht, bis auch die letzten Quellen versiegen. Deshalb müssen sich nicht nur die Autoindustrie, sondern auch Konsumgüterfirmen nach Alterna-
tiven umschauen.
Eine ganze Reihe von Spielzeugherstel-
lern erforscht neue Rohsto e. Manche Versuche scheiterten bislang an der im Kinderzimmer geforderten Robustheit. Doch aufgemerkt, der wohl prominenteste und finanzkräftigste Spielzeugfabrikant kann jetzt ein greifbares Ergebnis vorwei- sen: LEGO hat schon für dieses Jahr seine ersten nachhaltig gefertigten Bausteine angekündigt, bestehend aus einem aus Zuckerrohr gewonnenen Kunststo , näm- lich aus pflanzenbasiertem Polyethylen. Vorerst gießen die Dänen – passenderwei-
se – botanische Bauelemente wie
Blätter, Sträucher oder Bäume
aus dem neuen Material. Was
Kinder und Eltern besonders interessieren dürfte: Man soll
keinen Unterschied bei der Quali-
tät oder dem Aussehen der Bausteine merken, nur die chemische Zusammen- setzung ändert sich.
Eine echte Revolution ist das Ganze noch nicht, zumal erst nur ein bis zwei Pro- zent der LEGO-Produktion auf den „sü- ßen“ Rohsto  ausweichen. Erklärtes Ziel des Spielwarenriesen ist es aber, bei Stei- nen und Verpackungen komplett auf die ökologische Schiene umzusteigen, und die Einbindung pflanzlicher Alternativen in die laufende Fertigung ist ein bedeutender Schritt. In Zusammenarbeit mit der Um- weltschutzorganisation WWF will man sich dafür einsetzen, dass das für Ethanol ver- arbeitete Zuckerrohr aus verantwortungs- vollem Anbau stammt. Dabei wird sich ir- gendwann allerdings die Frage stellen, ob es auch in der nötigen Menge angebaut werden kann – Zigtausende Tonnen nor- malen Kunststo s müssten Jahr für Jahr ersetzt werden, und auf den dafür ge- nutzten Ackerflächen können derweil keine Nahrungsmittel
wachsen. Ein
echter gordischer Knoten, den da nicht nur Spielzeughersteller vor sich haben; gewünscht seien ihnen
schneidende Ideen, um ihn zu lösen.
Alles andere als ein Wirrwarr ist die Su- che nach spielstarken Ostergeschenken mit der aktuellen Ausgabe von SPIELMIT- TEL, denn auf den folgenden Seiten haben wir einige der besten Präsente fürs Nest
zusammengestellt.
Frohe Ostern und einen Frühling vol- ler Sonnenstrahlen wünscht Ihnen
Ihre Spielmittel-Redaktion















































































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