MailAdminSpielzeugbranche aktuell

Seit 1980 ist der "BRANCHENBRIEF INTERNATIONAL - Spielzeugbranche aktuell" der Informationsdienst der Spielwarenbranche, bekannt unter dem Kürzel "BB". In konzentrierter Form bietet der "BB" topaktuelle Meldungen, Nachrichten, Kommentare und Hintergrundinformationen für alle Entscheidungsträger der deutschsprachigen Spielwarenbranche weltweit.

Branchenbrief aktuell

Sie lesen hier nur einen kleinen Auszug aus unserer Printausgabe.
Zum Kennenlernen bieten wir Ihnen ein kostenloses Schnupper-Angebot.

Übersicht
14.11.19: Deutscher Markt für Baby- / Kinderausstattung wächst langsamer
14.11.19: Kids India mit neuer regionaler Fachmesse
18.10.19: Kettler muss aufgeben
20.09.19: Lizenznehmer zum ersten Playmobil-Film
20.09.19: Geschäftsführer- und Eigentümerwechsel bei Franz Carl Weber


Ältere  Meldungen

Deutscher Markt für Baby- / Kinderausstattung wächst langsamer

14.11.19: Laut einer Studie des IFH Köln und der BBE Handelsberatung
erreichte der deutsche Markt für Baby- und
Kinderausstattung 2018
ein Volumen von 7,3 Milliarden
Euro
und wuchs moderat um 50 Millionen Euro. Damit stieg
das Marktvolumen minimal um 0,6 Prozent im Vergleich zu
2017. Das Marktwachstum erscheint damit deutlich
gebremst
– in den Jahren 2012 bis 2016 betrug der
durchschnittliche Zuwachs noch 2,5 Prozent pro Jahr. Vor allem
die Bekleidungssegmente drückten mit einer schwachen
Entwicklung zuletzt die Dynamik des Gesamtmarktes.
Die Kernmärkte (klassische Hartware wie etwa Kinderwagen,
Autokindersitze, Möbel) der Baby- und Kinderausstattung
verzeichneten immerhin ein Plus von 1,3 Prozent.
Während die Zahl der Geburten auch 2018 wieder leicht stieg,
stagnierten jedoch die Ausgaben pro Kind, was aus
einer zuletzt zurückhaltenden Ausgabebereitschaft der
Zielgruppe resultiere. Marktstabilisierend wirkte sich dagegen
eine gestiegene Anzahl der Kinder aus. Insgesamt stieg
der Umsatz im Betrachtungszeitraum von 2012 bis 2018 um
12,6 Prozent. Die Vielzahl der Anbieter und die
unterschiedlichen Vertriebsformen fördern darüber hinaus den
Preisdruck im Markt für Baby- und Kinderausstattung.
Der erhöhte Wettbewerb führt dazu, dass die Preise
weiter gedrückt werden. Auch Eltern kaufen zunehmend
preisbewusst
ein. Die Ausgaben pro Kind sanken
daher von rund 760 Euro (2017) auf 750 Euro im Jahr 2018.

Kids India mit neuer regionaler Fachmesse

14.11.19: Die Kids India, größte indische Fachmesse für
Spielwaren, Kinderprodukte und Sportartikel, bekommt Zuwachs
durch eine neue regionale Fachmesse: Die Kids
India South
findet vom 16. bis zum 17. April 2020 im
Manpho Exhibition Centre in Bangalore statt. Sie richtet sich
speziell an Besucher aus der südindischen Region wie z. B. den
Bundesstaaten Andhra Pradesh, Karnataka, Kerala, Telangana
und Tamil Nadu. Veranstalter ist wie bei der internationalen
Hauptmesse die Spielwarenmesse India,
Tochtergesellschaft der Spielwarenmesse eG in Nürnberg. Die
neue Messe soll einen dynamischen Markt bedienen, der wegen
überdurchschnittlicher Einkommen über großes
Einkaufspotenzial verfügt. Der südliche Teil Indiens ist im
Durchschnitt wohlhabender als der Norden. Die Veranstaltung
gibt auch einen Ausblick auf die in der zweiten Jahreshälfte
stattfindende Kids India. Der Schwerpunkt liegt auf der indischen
Spielwarenindustrie und deren Hersteller. Somit sollen die
Besucher aus Südindien auch die Möglichkeit erhalten, das
Konzept und die Vorteile einer Spielwarenfachmesse
kennenzulernen. Um möglichst vielen Fachbesuchern aus den
unterschiedlichen Regionen des Subkontinents den Besuch der
Messe zu ermöglichen, ist außerdem eine weitere Kids India
im Norden Indiens
geplant.

Kettler muss aufgeben

18.10.19: Das Traditionsunternehmen Kettler ist am Ende – zum
dritten und vermutlich letzten Mal. Deutschlands bekannteste
Tretautos gehören bald der Geschichte an. Kettler kündigte an,
die Fertigung einzustellen. Die Produktion sei in
Deutschland
in der heutigen Größe nicht mehr
profitabel
. Bereits in derselben Woche der Bekanntgabe
wurden etwa 400 der verbleibenden 550 Mitarbeiter freigestellt.
Mit 144 Mitarbeitern wird vorläufig noch weitergearbeitet, um die
Produktion abzuwickeln. Dreimal innerhalb von gut vier Jahren
hatte der Freizeitgerätehersteller einen Insolvenzantrag stellen
müssen. Doch den Investoren gelang es nicht, das
Unternehmen wieder auf einen gewinnbringenden Weg zu
führen. "Ein Kettler wie bisher wird es zukünftig nicht mehr
geben. Der Markenname kann möglicherweise weiterexistieren,
Produkte Made in Germany wird es aber nicht mehr geben",
hieß es von Seiten der Insolvenzverwaltung.

Das Unternehmen war 1949 von Heinz Kettler in Parsit
(heute ein Ortsteil von Ense im Sauerland) gegründet worden.
1962 brachte es das Tretauto "Kettcar" als
Kinderspielzeug auf den Markt. 1977 kam das Kettler Alu-Rad
2600, ein Fahrrad mit Aluminiumrahmen mit einem
Gesamtgewicht von 13 kg. Heinz Kettler wollte seinen Sohn zum
Nachfolger aufbauen. Dieser starb aber 1981 bei einem
Autounfall, Heinz Kettler 2005 im Alter von 77 Jahren. Das
Unternehmen wurde danach von seiner Tochter, der Biologin
Karin Kettler, als Alleingesellschafterin geführt, die 2017
ebenfalls bei einem Autounfall ums Leben kam. Am 3. Juni 2015
stellte das Unternehmen beim Amtsgericht Arnsberg einen
Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in
Eigenverwaltung, um die unkontrollierte Übernahme durch einen
Finanzinvestor zu verhindern. Im Dezember 2015 übernahm die
ZEG (Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft eG) die
Fahrradsparte von Kettler. Am 31. März 2016 wurde das
Insolvenzverfahren gegen die Heinz Kettler GmbH & Co. KG
aufgehoben. Am 1. November 2016 ging der Geschäftsbetrieb
der Heinz Kettler GmbH & Co. KG mit landesverbürgter
Finanzierung auf die Kettler GmbH über. Die Heinz Kettler
GmbH & Co. KG wickelte lediglich den Insolvenzplan ab. Das
Bundeskartellamt verhängte im Dezember 2016 Bußgelder von
4,43 Millionen Euro wegen illegaler Methoden zur
Preisdurchsetzung gegen fünf deutsche Möbelhersteller,
darunter auch gegen Kettler. Im Juli 2018 meldete das
Unternehmen erneut Insolvenz an; am 1. Oktober
2018 eröffnete das Amtsgericht Arnsberg das
Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung und bestellte
Rechtsanwalt Horst Piepenburg zum Sachwalter. Im
Dezember 2018 erwarb der Finanzinvestor Lafayette
Mittelstand Capital
die Firma. Ende Juli 2019 stellten die
Kettler Freizeit GmbH und die Kettler Plastics GmbH
dann Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung.

Lizenznehmer zum ersten Playmobil-Film

20.09.19: Die Bavaria Sonor Licensing, ein Geschäftsbereich der
Bavaria Media, hat Lizenzabkommen im Zusammenhang mit
dem ersten Playmobil-Kinofilm geschlossen. "Playmobil:
Der Film" kam am 29. August ins Kino. Der Animationsfilm
erzählt die Geschichte eines Geschwisterpaares, das in das
Figuren-Universum hineingezogen wird. Die von der Bavaria
Sonor Licensing geschaffene Produktwelt soll nun die
Geschichte und die Marke über den Kinobesuch hinaus erlebbar
machen. So produziert Europa, das Musiklabel von
Lizenznehmer Sony Music Entertainment Germany,
zum Kinostart ein eigenes Hörspiel zum Film. Zu den
weiteren Lizenznehmern gehört der Comic- und
Kinderzeitschriftenverlag Egmont, der bereits ein Buch
dazu verlegt und verkauft. Lizenznehmer Blue Ocean
Entertainment
veröffentlicht das offizielle
Filmmagazin – in deutscher und weiteren Sprachen, zusammen
mit einer exklusiven Spielfigur und einem Stickeralbum. Auch die
Seifenblasen-Dosen von Pustefix werden demnächst
mit Playmobil-Branding versehen. Weiterer Lizenznehmer ist
Kinderlernspiel-Hersteller Clementoni, der die
Playmobil-Filmwelt auf Puzzles und als Memo bringt.

Geschäftsführer- und Eigentümerwechsel bei Franz Carl Weber

20.09.19: Beim Schweizer Spielzeugverkäufer Franz Carl Weber
kam es zu einem Wechsel an der Spitze und bei den Eigentümern.
Nach fünf Jahren im Amt nahm der bisherige Chef Yves
Burger
den Hut und steigt auch als Aktionär aus, laut Angaben
des Unternehmens einvernehmlich. Nach einem Jahr habe sich
gezeigt, dass es einen CEO mit anderen Anforderungen und
Kompetenzen brauche, der aus eigener Kraft das Unternehmen
weiterbringen könne, so Miteigentümer Marcel Dobler. Die
Suche nach einem neuen CEO sei fortgeschritten. Im Moment hat
Benno Gmür interimistisch das Amt übernommen. Burger
hat auch seinen Aktienanteil von einem Drittel an Dobler und an
Simba Dickie verkauft. Die beiden Eigentümer sind je zu
50 Prozent beteiligt. Den Kaufpreis wollte man nicht bekannt
geben.
Ältere  Meldungen