MailAdminSpielzeugbranche aktuell

Seit 1980 ist der "BRANCHENBRIEF INTERNATIONAL - Spielzeugbranche aktuell" der Informationsdienst der Spielwarenbranche, bekannt unter dem Kürzel "BB". In konzentrierter Form bietet der "BB" topaktuelle Meldungen, Nachrichten, Kommentare und Hintergrundinformationen in digitaler Form für alle Entscheidungsträger der deutschsprachigen Spielwarenbranche weltweit.

Branchenbrief aktuell

Sie lesen hier nur einen kleinen Auszug aus unserer Printausgabe.
Zum Kennenlernen bieten wir Ihnen ein kostenloses Schnupper-Angebot.

Übersicht
01.03.21: Verbraucher zufriedener mit Onlinekäufen
01.03.21: Corona-Maßnahmen auch bei duo schreib & spiel
12.02.21: VEDES steuert Handelskrise mit Mitgliederhilfen entgegen
12.02.21: Deutliches Umsatzplus für Carrera und Revell
30.01.21: Leichter Zuwachs für Simba Dickie in 2020


Ältere  Meldungen

Verbraucher zufriedener mit Onlinekäufen

01.03.21: Der „Corona Consumer Check“, eine Umfrage des
IFH Köln unter deutschen Verbrauchern, ergab in der
vierten Kalenderwoche des laufenden Jahres eine
wachsende Zufriedenheit mit Online-Einkäufen: 82 %
der Befragten äußerten sich „bisher sehr zufrieden“ mit ihren
Internet-Erwerbungen, 9 Prozentpunkte mehr als noch in KW 46
des Vorjahres. Als „einfach und unkompliziert“ bezeichneten 85
% ihre Onlinebesorgungen (+ 7 %), als sehr zeitsparend
empfanden 71 % diesen Vertriebskanal (+ 8 %). Der Anteil der
Konsumenten, die in den kommenden Wochen häufiger online
einkaufen wollten, betrug zwar „nur“ 38 %, fiel aber ebenfalls um
8 % höher aus als zuvor.

Als größten Gewinner dieses „Onlinebooms“ betrachtet das IFH
den weltgrößten Internetversender Amazon; dieser
habe mit Abstand die meisten Kunden aufgefangen, die ohne
Einzelhandelsschließungen stationär eingekauft hätten. Anfang
Mai 2020 (nach dem ersten Lockdown) hatten 62 % angegeben,
statt im Geschäft verstärkt bei Amazon einzukaufen; dieser Wert
kletterte im Januar 2021 (nach Inkrafttreten des zweiten
Lockdowns) auf 83 %. Auch die Handelsplattform eBay
(von 25 auf 34 %) und andere große Onlineshops wie
Otto (von 13 auf 26 %) oder Zalando (von 16
auf 18 %) legten zu. Den größten prozentualen Zuwachs
errechneten die Marktforscher für Tchibo (von 7 auf 18
%).

Unter den einzelnen Warengruppen taten sich
FMCG (Schnelldreher des täglichen Bedarfs) hervor,
deren Online-Umsatz sich 2020 gegenüber dem Vorjahr laut
IFH-Prognose zwischen 33 und 59 % gesteigert haben soll.

Corona-Maßnahmen auch bei duo schreib & spiel

01.03.21: Auch duo schreib & spiel, Spiel- und Schreibwaren-
Fachhändlerverbund mit Zentrale in Berlin, hat mit
Sondermaßnahmen auf den zweiten Corona-
Lockdown
reagiert. Dieser habe für die Anschlusshäuser
seit Mitte Dezember starke Einschränkungen im stationären
Handel mit sich gebracht. Zur Entlastung der Mitglieder zog duo
die Ausschüttung seines Jahresbonus für 2020 (bis zu
3,05 %) auf den Februar vor und zahlte gleichzeitig einen
Sonderbonus zum 30. Verbandsjubiläum. Außerdem will
duo schreib & spiel auch im laufenden Jahr die Kosten der
Zentralregulierung
für seine Händler übernehmen. Mit
Lieferanten und der Zentralregulierungsbank wurden darüber
hinaus Sondervaluten und Finanzierungsangebote
abgesprochen, um den finanziellen Druck weiter zu verringern.

2020 hatten die duo-Händler 6,8 % mehr umgesetzt als im
Vorjahr; der zentralregulierte Verkaufsumsatz belief sich
auf 386,9 Mio. €. 2021 soll der Fokus darauf liegen,
Verbraucher wieder zurück in die Geschäfte zu locken,
wozu u.a. fünf verschiedene Fernsehspots, Radiokampagnen,
Printanzeigen, Social-Media-Kampagnen und regionale
Aktivitäten beitragen sollen.

Wegen der aktuellen Kontaktbeschränkungen verschiebt sich die
verbandseigene Hausmesse duo-SymPos 2021 auf den
26.-27.4.2022. Die Gesellschafterversammlung fürs
Geschäftsjahr 2020 soll im Rahmen der duo-
Herbsttagung
in den September 2021 verlegt werden.

VEDES steuert Handelskrise mit Mitgliederhilfen entgegen

12.02.21: Der Nürnberger Spielzeug-Fachhändlerverband VEDES
will seine angeschlossenen Händler durch eine ganze Reihe von
Maßnahmen dabei unterstützen, die wirtschaftlichen
Folgen der Pandemie-Lockdowns abzufedern
. Erschwerend
sei hinzugekommen, dass viele Initiativen laut VEDES nur
langsam in die tatsächliche Umsetzung gingen, weil Banken und
Behörden an ihre Grenzen kämen. Ein millionenschweres
Hilfspaket
soll nun „unbürokratisch, schnell und vor allem
effizient“ zur Stabilisierung der Mitglieder in dieser
"existenzbedrohenden“ Krise beitragen.

Zu den beschlossenen Punkten gehört eine frühere
Auszahlung des Jahresbonus
fürs vergangene Jahr
(Volumen rund 4 Mio. €) bereits Anfang Februar 2021 statt wie
sonst üblich im Mai. Der VEDES-Großhandel verlängert sein
Zahlungsziel
für alle Sofort- und Terminaufträge bis zum
1.3.2021 um 90 Tage inklusive Skonto, gewährt bis zum
gleichen Datum 3 % Rabatt auf alle Terminaufträge mit
Lieferung von März bis Juni und verzichtet „vorerst“ auf
Preiserhöhungen
, trotz rapide steigender Fracht- und
Transportkosten in Asien. In Verhandlungen mit
Direktlieferanten will der Verband sein Stimmgewicht
dazu einsetzen, diese zu Engagement und Kulanz zu bewegen.
Darüber hinaus habe man zum Jahresanfang die Möglichkeit
gegeben, alle offenen Aufträge beim VEDES-
Großhandel auf Wunsch „großzügig“ zu überarbeiten.

Vorstandschef Dr. Thomas Märtz räumte ein, dass
dieser Maßnahmenkatalog für seinen Verband „ein
gigantischer Kraftakt“
sei, die VEDES es aber als ihre
„Pflicht“ ansehe, die Mitglieder in diesem Ausmaß zu
unterstützen. „Dazu stehen wir und setzen parallel auf die
Solidarität und das Engagement aller Marktteilnehmer, um den
absehbaren coronabedingten negativen Effekten gemeinsam
entgegenzuwirken“, so Märtz weiter; „wir alle tragen eine große
Verantwortung für die Zukunft des Spielwarenfachhandels, der
seit Jahrzehnten der verlässlichste und stabilste Absatzkanal der
Branche ist.“

Deutliches Umsatzplus für Carrera und Revell

12.02.21: Am 3.2. veranstaltete auch der Spielwarenhersteller Carrera-
Revell
wegen der Pandemie eine rein digitale
Pressekonferenz zur Präsentation des Geschäftsberichts
2020
. Trotz der weltweiten Corona-Pandemie konnte die
Carrera-Revell-Gruppe 2020 ihren Umsatz insgesamt auf
142 Mio. € steigern
. Der Exportanteil außerhalb der DACH-
Region lag bei 52 %.

Bei der Carrera Toys GmbH ist der Gesamtumsatz um
8,3 % auf 89,3 Mio. € gestiegen, wobei Autorennbahnen
mit 59 % weiterhin das Kerngeschäft darstellen. Der Marktführer
in Deutschland konnte mit 10,7 % stärker wachsen als das
gesamte Marktsegment (8 %, alle Marktdaten laut NPD-group).
Carrera RC konnte den Umsatzanteil auf 32 % steigern,
insbesondere durch Absatzsteigerungen auf dem US-Markt. Die
restlichen Umsatzanteile bei Carrera Toys verteilen sich
hauptsächlich auf die Marken Pustefix (Seifenblasen)
und Schildkröt (Puppen).

Die Revell GmbH steigerte ihren Gesamtumsatz 2020
um etwa 8 % auf 52,8 Mio.€, wobei das Kerngeschäft Modellbau
inklusive Zubehör (Farben, Kleber, etc.) einen Anteil von 63 %
hat. Revell habe seine Position als Marktführer im Modellbau
weiter ausbauen können und mit 1,2 % zum Wachstum
dieses Segments beigetragen (7,5 % im Plus). Die
ferngesteuerten Modelle der Marke Revell Control
erreichten einen Umsatzanteil von 31 % und waren mit 8,5 % ein
weiterer Umsatztreiber. Die Sortimentsbereiche Revell 3D
Puzzle und Preschool stellen zusammen einen Umsatzanteil von
7 % dar. Im Exportgeschäft konnte Revell besonders in
Großbritannien, Spanien, Italien und in den USA wachsen.

Leichter Zuwachs für Simba Dickie in 2020

30.01.21: Auf einer virtuellen Pressekonferenz stellte die Simba Dickie
Group
aus Fürth zusammen mit dem 2013
übernommenen Modelleisenbahn-Hersteller Märklin die
Geschäftszahlen aus dem Jahr 2020 vor. Trotz aller
pandemiebedingten Probleme konnte die Gruppe ihren
Gesamtumsatz auf 715 Mio. € steigern, was gegenüber 2019 mit
702,3 Mio. € einem Wachstum von 1,8 % entspricht. Treiber
waren der Kernmarkt Deutschland, die USA sowie weitere
wichtige Märkte in Europa.

Die Simba-Gruppe, zu der auch BIG zählt, hat
den Gesamtumsatz mit 198,0 Mio. € gegenüber dem Vorjahr mit
199,0 Mio. € in etwa halten können. Durch ein verstärktes US-
Geschäft konnte die Dickie Group mit Jada
ihren Gesamtumsatz von 194,7 Mio. € im Vorjahr auf 203,4 Mio.
€ um 4,5 % steigern. Die Smoby-Gruppe litt unter einer
Schließung der Produktionsstätten in Frankreich über mehrere
Wochen. Aus diesem Grund ging der Umsatz der Gruppe von
101,3 Mio. auf 95,7 Mio. € zurück.

Einige Länder Europas wie Spanien oder Polen, aber auch
Länder außerhalb Europas, in denen der Konzern mit eigenen
Gesellschaften vertreten ist wie Südafrika, Indien oder im Nahen
Osten waren durch die Pandemie weitaus stärker betroffen. In
den genannten Ländern blieben die Umsätze zum Teil weit
hinter dem Vorjahr zurück. Der Umsatz bei den
ausländischen Tochtergesellschaften ging insgesamt
von 207,3 Mio. € im Vorjahr auf jetzt 195 Mio. € zurück.

Vor dem Hintergrund der heute noch nicht absehbaren
wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie plant die Simba
Dickie Group für 2021 lediglich, den konsolidierten
Gesamtumsatz auf dem Niveau des Jahres 2020 zu
halten. Als momentan besonders problematisch
für die Planung zeigten sich jedoch in jüngster Zeit laut
Mitgeschäftsführer Florian Sieber die drastisch
erhöhten Frachtkosten
von und nach China aufgrund
knapper Container und der zuletzt deutlich gestiegene
Wechselkurs der chinesischen Währung Yuan.

Bei Märklin war das Geschäftsjahr 2020 geprägt von
einer hohen Nachfrage nach Modelleisenbahnen. Aufgrund des
Lockdowns im vergangenen Frühjahr musste die Prognose für
den Umsatz des Geschäftsjahres 2019/2020 von rund 117
Mio. € auf 112 Mio. € nach unten korrigiert
werden.
Aufgrund der pandemiebedingten Schließung ihres ungarischen
Werks fiel die Produktionskette des
Modellbahnherstellers zeitweise komplett aus.
Für 2020/2021 wird mit einem leichten Plus gerechnet, was aber
durch den andauernden Lockdown mit Schließung der
Spielwarengeschäfte schwierig zu beurteilen sei. Allerdings
verzeichnete man Ende Dezember einen um 40% höheren
Auftragsbestand
als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr, was
die Geschäftsleitung optimistisch stimmt.
Ältere  Meldungen