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Branchenbrief aktuell

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Übersicht
27.04.17: Toys"R"Us verlangsamt Umsatzrückgang
13.04.17: Deutscher Umsatz mit digitalen Spielen unterm Strich stabil
13.04.17: Epoch Traumwiesen jetzt ohne Christian Alsbaek
29.03.17: Toys"R"Us-Europaführung wieder dezentralisiert
29.03.17: myToys-Gruppe steigert sich um 10 %


Ältere  Meldungen

Toys"R"Us verlangsamt Umsatzrückgang

27.04.17: Im Geschäftsjahr 2016/17, das am 28.1. endete, setzte der Spielwarenhändler Toys“R“Us weltweit 11,54 Mrd. US$ um, 2,2 % weniger als im Vorjahr. Als Hauptursachen führte das Unternehmen Filialschließungen in den USA an, darunter der bekannte Flaggschiff-Standort am New Yorker Times Square. Außerdem seien die Erlöse auch flächenbereinigt um 1,4 % gesunken; so schrumpften die Einnahmen, obwohl in den Vereinigten Staaten 16 Läden geschlossen und 29 neu ? teils als kleinere Outlet- und Express-Shops ? eröffnet wurden und im Ausland 73 Neueröffnungen nur 17 Schließungen gegenüberstanden. In den USA sorgte vor allem der schwache Entertainment-Bereich mit Videospielen und Unterhaltungselektronik für ein flächenbereinigtes Minus von 1,3 %, doch auch Babyartikel schnitten schlechter ab; das Kernsortiment mit Spielzeug, Saisonware und Lernprodukten hingegen konnte sich um 2,5 % verbessern. Im Ausland wurde auf vergleichbarer Fläche 1,6 % weniger eingenommen, wobei sich einzig der Babybedarf positiv entwickelte. Europa und der Asien-Pazifik-Raum büßten Erlös ein, während Kanada zulegte. Im Vorjahr hatte Toys“R“Us unterm Strich noch einen Umsatzrückgang von 4,5 % gemeldet. Gebremst werden konnte der Negativtrend auch beim Nettoergebnis: Der Vorjahresverlust von 130 Mio. US$ fiel auf ein Defizit von 36 Mio. US$, ließ aber vom operativen Gewinn von 460 Mio. US$ (+ 22 %) nichts übrig. Teilweise kam die Ergebnisverbesserung durch den Verkauf der Marke FAO Schwarz zustande, für die man von der ThreeSixty Group 45 Mio. US$ kassierte. Weiter wurden Kosten eingespart und Bonuszahlungen an das Management gekürzt; reduzierte Boni waren im Schlussquartal maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Betriebsausgaben um 46 Mio. US$ niedriger waren. Als Segen und Fluch zugleich erwies sich das Wachstum des Onlinevertriebs um 11 %, denn dieser Anstieg bewirkte höhere Versand- und Lagerkosten.
Im vierten Quartal war Toys“R“Us’ Umsatz um knapp 4 % auf 4,661 Mrd. US$ gesunken, flächenbereinigt um 3 % (USA - 2,3 %, international - 4,2 %). Eine „spürbare Schwäche“ habe es in Europa gegeben, wo vielleicht auch deshalb erst kürzlich die Führungsebene umgebaut wurde. Neben dem Umsatzanteil von 40 % am Gesamtjahr verdeutlichte auch der Nettogewinn von 341 Mio. US$ (+ 23,6 %), wie wichtig das Schlussquartal für den Spielzeughändler ist. Ende Januar verfügte Toys“R“Us über Barmittel von 566 Mio. US$ und konnte im Rahmen von Kreditlinien auf weitere 905 Mio. US$ zugreifen. Mit langfristigen Schulden von 4,64 Mrd. US$ schob das Unternehmen eine etwas höhere Last vor sich her als im Vorjahr, als dieser Posten 4,61 Mrd. US$ betragen hatte. Geschäftsführer Dave Brandon sagte zur Bilanz, die Weihnachtsverkäufe hätten zwar stark begonnen, in den Wochen nach dem „Black Friday“ (25.11.) sei das Geschäft aber schleppend verlaufen, und die Konkurrenz habe intensiv Werbung betrieben. Zusammen mit der anhaltenden Schwäche der Technik- und Babysparten habe dies zu einem enttäuschenden Gesamtjahr beigetragen. Im laufenden Jahr will Toys“R“Us versuchen, unter anderem mit einem neuen Onlineshop und erweiterten Kooperationen in Asien gegenzusteuern.

Deutscher Umsatz mit digitalen Spielen unterm Strich stabil

13.04.17: Nach Angaben des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) wurden 2016 in Deutschland mit Computer- und Videospielsoftware und Abonnements für Online-Spieledienste wie „PlayStation Plus“ oder „Xbox Live Gold“ 2,13 Mrd. € umgesetzt, 7 % mehr als im Jahr davor. 1,18 Mrd. € (- 2 %) entfielen auf den Einzelverkauf von Spielen für PC, Konsole und Mobilgeräte, während sich virtuelle Güter und Zusatzinhalte um 17 % auf 659 Mio. € verbesserten; häufig werden gerade Spiele-Apps gratis vertrieben und verlangen nur für einen schnelleren Spielfortschritt, kosmetische Aufwertungen oder zusätzliche Levels Geld. Für die oben erwähnten Netzwerk-Abonnements gaben die Deutschen 173 Mio. € aus, 19 % mehr als im Vorjahr, um Mehrspielerpartien im Internet, Chats und andere Funktionen nutzen zu können. Die Einnahmen mit Konsolen-Hardware und passendem Zubehör sanken dagegen um 15 % auf 747 Mio. €; laut BIU-Geschäftsführer Felix Falk sei zwar die aktuelle Konsolengeneration weiter stark nachgefragt worden, Preissenkungen hätten jedoch einen Umsatzrückgang bewirkt. Der Erlös mit „Hybrid Toys“, auch als „Toys-to-Life“ bekannte Kombinationen aus Videospielen und physischem Sammelspielzeug wie die „Skylanders“ von Activision oder „Lego Dimensions“, schrumpfte um 12,5 % auf 28 Mio. €, auch weil mit Disney einer der wichtigsten Anbieter sein „Infinity“-System auf Eis gelegt hatte. Unterm Strich erreichte der deutsche Gesamtmarkt für digitale Spiele ein Volumen von 2,9 Mrd. € und blieb damit auf Vorjahresniveau. Im Gegensatz zu vielen anderen Medienindustrien, die mit der fortschreitenden Digitalisierung zu kämpfen haben, sieht sich die Spielebranche angesichts fast stabiler Einzelverkäufe und deutlicher Zuwächse bei virtuellen Inhalten wie auch bei den Abos als einen Gewinner dieses Trends.
2017 hoffen die Konsolenanbieter darauf, dass leistungsfähigere Updates der jetzigen Modellreihen wie eine „Project Scorpio“ getaufte Version der Xbox One im vierten Quartal und die schon seit letztem November erhältliche „PlayStation Pro“ wieder für mehr Dynamik sorgen. Außerdem fließen dann die Umsätze der erst im März gestarteten „Nintendo Switch“ in die Statistik ein; laut Hersteller soll sich diese zur Markteinführung in Deutschland und Europa besser verkauft haben als alle bisherigen Nintendo-Geräte.

Epoch Traumwiesen jetzt ohne Christian Alsbaek

13.04.17: Christian Alsbaek, seit der Gründung 2011 Geschäftsführer von Epoch Traumwiesen, der Deutschland-Niederlassung des japanischen „Sylvanian Families“-Tierfigurenherstellers Epoch, hat das Unternehmen verlassen. Epoch zitierte als Grund unterschiedliche Auffassungen über die weitere strategische Ausrichtung in Deutschland und Europa, dankte Alsbaek aber für dessen „großen persönlichen Einsatz, der den Aufbau und das Wachstum nachhaltig geprägt“ habe. Sein Nachfolger als Deutschlandchef wird Koji Otsuka, dem aktuell das gesamte internationale Geschäft untersteht.

Toys"R"Us-Europaführung wieder dezentralisiert

29.03.17: Nach dem Ausscheiden von Europachef Dr. Wolfgang Link im Januar, woraufhin die einzelnen Länderchefs wieder direkt an President International Kevin Macnab berichteten, hat der Spielwarenhändler Toys“R“Us seine Struktur in Mitteleuropa angepasst. Seit Mitte März ist Detlef Mutterer neuer Geschäftsführer für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Polen. Er war 2008 zum Unternehmen gekommen und seitdem für das operative Geschäft sowie die Logistik in dieser Region verantwortlich. Außerdem wurde Elke Lauf zur General Merchandise Managerin für den Bereich Einkauf ernannt; sie war ebenfalls 2008 zu Toys“R“Us gestoßen und wird wie gehabt gesamteuropäische Merchandisingmaßnahmen leiten. Ziel der neuen, dezentralisierten Struktur ist es laut Toys“R“Us, die lokalen Märkte zu stärken und ihre individuellen Anforderungen zielgenau zu bedienen. Damit vollzieht man einen Richtungsschwenk um 180°, denn erst 2015 war das Management auf dem Kontinent mit einem europäischen Vorstand unter Wolfgang Link zentralisiert worden. In den nächsten Wochen will der Händler auch die übrigen Ländergesellschaften in Europa wieder auf eine nationale Führung umstellen.

myToys-Gruppe steigert sich um 10 %

29.03.17: myToys, zum Otto-Konzern gehörende Handelsgruppe in Berlin, hat ihren Umsatz in ihrem Geschäftsjahr 2016/17 nach eigenen Angaben um ein Zehntel auf 556 Mio. € gesteigert. Damit sieht sie sich als führenden europäischen Onlinehändler für Familieneinkäufe mit einem Kundenstamm von über 7 Mio. Familien und Müttern. In Deutschland erreiche man einen Großteil aller Haushalte mit Kindern. Einen Grund für das Wachstum verortet das Unternehmen in seiner Konzentration auf Familien als Zielgruppe und deren zunehmend mobile Einkaufsgewohnheiten; Bestellungen über Smartphones und Tablets machten im Berichtsjahr 45 % des Gesamtumsatzes aus, etwa 70 % des Besuchervolumens entfielen auf diese Plattformen. Seit 2016 richtet sich ein auf Touchscreens optimierter Internetladen dezidiert an diese Kundschaft und ergänzt die Apps der Schwestershops myToys für Spielwaren und mirapodo für Schuhe sowie des Einkaufsclubs limango mit ständig wechselnden Sonderangeboten. Außerdem habe man viel in Logistik, Ressourcenplanung und Datenverarbeitung investiert. Die Gruppe machte noch keine Angaben zu ihrer Profitabilität, die mit der Umsatzentwicklung in den letzten Jahren nicht hatte Schritt halten können; 2015 hatte myToys vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen einen Verlust von 16 Mio. € ausgewiesen, womit das Defizit um 12 Mio. € geringer ausfiel als im Jahr davor.
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