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Übersicht
06.07.17: Goliath übernimmt Dracco-Vertrieb
06.07.17: Geschäftsführerwechsel bei Herpa
22.06.17: Kosmos übernimmt Globenhersteller Columbus
22.06.17: DVSI kritisiert Online-Marktplätze für die Ausnutzung von "Rechtslücken"
08.06.17: Spielzeug zweitgrößte Lizenz-Produktgruppe


Ältere  Meldungen

Goliath übernimmt Dracco-Vertrieb

06.07.17: Im Zuge einer Vertriebspartnerschaft übernimmt zum 1.8. der niederländische Spiele- und Spielzeughersteller Goliath die deutsche Distribution für Dracco, Hongkonger Eigentümer des Pferde-Sammelthemas „Filly“. Goliath will damit seinen bisherigen Expansionskurs fortsetzen, nachdem man bereits 2014 die Spieleverlage Pressman in den USA und Crown & Andrews in Australien sowie 2017 den neuseeländischen Spielzeugvertrieb Elephanta übernommen hatte. Draccos Lizenzmarke „Filly“ umfasst neben Spielwaren unter anderem auch Zeitschriften, Musik-CDs, Accessoires und Kleidung. Zu den Ponys der Linie „Royal“ kamen die neuen Serien „Ballerina“ und „Wedding“ hinzu. In der Fernsehwerbung legt man das Hauptaugenmerk auf die Produkte „Schwanentanz“ und „Schwanenpalast“. Angesichts der Wichtigkeit des deutschen Marktes für die Spielwarenbranche sieht Dracco in der Partnerschaft mit Goliath gute Chancen, der Marke zu „neuer Stärke“ zu verhelfen, so Draccos Vice President Lykke Skovfoged. Seit 2014 hatte Dracco die Ponys selbst in Deutschland vertrieben, nachdem die Kooperation mit Simba-Dickie ausgelaufen war.

Geschäftsführerwechsel bei Herpa

06.07.17: Der Diplomingenieur Walter Winkler (60) ist neuer Geschäftsführer des Modellherstellers Herpa in Dietenhofen. Er gehört dem Betrieb seit über 25 Jahren an, zuletzt war er Konstruktionsleiter und stellvertretender Geschäftsführer unter Thorsten Koss. Zu seinem Stellvertreter wurde Bertram Breitenbach (39) ernannt, bislang Bereichsleiter für Produktmanagement / Vertrieb und Prokurist. Koss, der seit Anfang 2016 für Herpa verantwortlich war, hat das Unternehmen verlassen.

Kosmos übernimmt Globenhersteller Columbus

22.06.17: Kosmos, Stuttgarter Verlag für Gesellschaftsspiele („Catan“), Experimentierkästen und Kinder- / Jugendbücher, hat zum 1.4. eine Mehrheit am Columbus Verlag erworben, dem laut eigenen Angaben ältesten aktiven Hersteller von Globen und Marktführer in seinem Bereich. Am schwäbischen Columbus-Sitz Krauchenwies mit seinen rund 40 Mitarbeitern sollen demnächst auch Spritzgussteile für das Kosmos-Spielzeugsortiment produziert werden. Nach der ersten frei schwebenden Weltkugel und dem mit 2 Metern Durchmesser größten seriengefertigten Globus überhaupt ist die jüngste Neuheit ein digitaler „Entdeckerstift“, der Audiodateien und auf dem Smartphone oder Tablet kurze Videos abspielt, wenn man mit ihm die einzelnen Länder antippt. Mit dieser Idee tritt man gegen Konkurrenzprodukte wie den „tiptoi“-Globus des gleichnamigen Elektronikstifts von Ravensburger an. Kosmos seinerseits hofft darauf, mit dem Zukauf neue Kunden im Reisebereich wie auch bei Bildungs- und Kindermedien zu gewinnen. Columbus-Produkte, darunter 30-€-Modelle und handkaschierte Tischvarianten aus Kristallglas bis hin zu Spezialanfertigungen im Wert von mehr als 25.000 €, werden jetzt über die Kosmos-Distribution international vertrieben, in den USA und Großbritannien über die Tochtergesellschaft Thames & Kosmos. Der Katalogumfang soll auf 10 bis 15 Artikel schrumpfen. Neu gibt es für Grundschüler einen „Tag & Nacht Globus“. 2014 hatte Kosmos Wissenmedia Mapworks übernommen, einen Spezialisten für die Erstellung geografischer Karten. Armin Sinnwell, ehemaliger wissenmedia-Manager, leitet Columbus künftig zusammen mit Torsten Oestergaard, einem Mitglied der Columbus-Gründerfamilie, und Kosmos-Chef Michael Fleissner. Laut Oestergaard sei ein Grund für den Zusammenschluss die Familienführung beider Firmen gewesen; der Zusammenhalt in Familienunternehmen sei ein anderer, und der Blick richte sich auf eine langfristige und damit nachhaltige Entwicklung.

DVSI kritisiert Online-Marktplätze für die Ausnutzung von "Rechtslücken"

22.06.17: Der Deutsche Verband der Spielwaren-Industrie forderte anlässlich des bundesweiten Kindersicherheitstages am 10.6. die Politik auf, mehr gegen Importe von unsicherem Spielzeug und Plagiaten zu unternehmen. Durch teilweise illegal über das Internet nach Deutschland eingeführte Waren, die nicht den Regeln der europäischen Spielzeugrichtlinie entsprächen, entstehe der mittelständisch und von Familienunternehmen geprägten Industrie ein großer Schaden. Immer mehr ausländische Verkäufer vor allem aus China lagerten ihre Produkte in Logistikzentren von Internet-Verkaufsportalen wie Amazon ein, von wo sie oft genauso schnell liefern könnten wie deutsche Händler. Jedoch agierten diese Logistik-Dienstleister in einer Rechtslücke, da die Marktüberwachung die Ware nicht kontrollieren und das Finanzamt keine Steuern erheben könne. Außerdem müssten chinesische Händler und Hersteller keine Bußgelder befürchten, weil sie außerhalb der Reichweite deutscher Behörden seien. Deshalb fordert DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil, solche „kriminellen“ Vertriebswege zu unterbinden und die Betreiber von Handelsplattformen für den Verkauf unsicherer Produkte in Verantwortung zu nehmen. Einkaufenden empfiehlt der Verband, auf das Vorhandensein des CE-Siegels zu achten, mit dem der Hersteller ausdrückt, dass sein Produkt den gesetzlichen Erfordernissen entspricht. An Wühltischen oder bei „dubiosen“ Internetanbietern gebe es kein sicheres Spielzeug, so Brobeil. Das CE-Zeichen sei „der Reisepass für die EU“ und eine „Garantie“ dafür, dass ein Spielzeug sämtliche Sicherheitsanforderungen erfülle.

Spielzeug zweitgrößte Lizenz-Produktgruppe

08.06.17: Laut einer Studie des Lizenzindustrieverbandes LIMA (Licensing Industry Merchandisers’ Association) ist der weltweite Umsatz mit Lizenzprodukten und -dienstleistungen 2016 gegenüber dem Vorjahr um 4,4 % auf 262,9 Mrd. US$ gestiegen. Davon entfielen 118,3 Mrd. US$ bzw. 45 % auf Unterhaltungs- und Charakterlizenzen, gefolgt von Firmen- / Markenlizenzen mit 54,6 Mrd. US$ (20,8 %), Mode mit 31,1 Mrd. US$ (11,8 %) und Themen aus dem Sport mit 25,3 Mrd. US$ (9,6 %). Unter den Produktgruppen war nach Bekleidung mit einem Anteil von 14,9 % Spielzeug die zweitwichtigste Kategorie und beanspruchte 13,3 % am weltweiten Lizenzumsatz, vor Modeaccessoires mit 11,3 %. Das schnellste Wachstum gelang lizenzierten Erzeugnissen für Kleinkinder und für Haustiere. Dekorationen fürs Zuhause legten um 8,2 % zu, begünstigt durch eine zunehmende Zahl von Hausbesitzern und Neubauten in Entwicklungsländern sowie einen sich erholenden Immobilienmarkt in den USA. Fast genauso dynamisch, nämlich um 8,1 %, steigerten sich Videospiele, Apps und andere Software zu Lizenzvorlagen. Lizenzgeber nahmen im Berichtsjahr mit den Nutzungsgebühren für ihre Themen 14,1 Mrd. US$ ein, was lediglich ein Plus von 1,3 % bedeutete; den Grund hierfür sieht die LIMA darin, dass die durchschnittlich gezahlte Entlohnung von 8,5 auf 8,2 % des erzielten Umsatzes zurückging. Größter Lizenz-Einzelmarkt blieb Nordamerika mit den USA und Kanada, wo 57,9 % der weltweiten Erlöse erwirtschaftet wurden, 0,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die raschesten Zugewinne verbuchten Südostasien und der Pazifikraum, die zwar nur 3,4 % des globalen Marktes beanspruchten, aber ihren Umsatz um 6,8 % ausbauten.
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