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Branchenbrief aktuell

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Übersicht
12.10.17: Ausgaben für Spielzeugwerbung in Deutschland
12.10.17: Ex-Amazon-Manager führt ab März windeln.de
28.09.17: Toys"R"Us Nordamerika meldet Insolvenz an und nimmt neuen Kredit auf
15.09.17: Toys"R"Us droht von Schuldenberg erdrückt zu werden
01.09.17: Deutscher Videospielmarkt legt nur dank Zusatzinhalten und Abos zu


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Ausgaben für Spielzeugwerbung in Deutschland

12.10.17: Laut dem Medien- und Marktforscher Nielsen haben Hersteller und Händler von Spielzeug, Gesellschafts- und Videospielen im Jahr 2016 in Deutschland insgesamt 333 Mio. € für Werbung ausgegeben, 5,5 % mehr als im Vorjahr. Damit steigerten sie ihre Investitionen ähnlich stark wie der Werbe-Gesamtmarkt, der um 5,8 % wuchs. Gesondert betrachtete man das vierte Quartal mit dem für die Branche eminent wichtigen Weihnachtsgeschäft: Mit 211 Mio. € wurde in den letzten drei Monaten ? schwerpunktmäßig im November (91,5 Mio. €) ? mehr als einhalbmal so viel ausgegeben wie in den neun Monaten davor. 6 % des Gesamtbudgets gingen in die Internetwerbung. 85,6 % der Bruttoaufwendungen, knapp 181 Mio. €, flossen in Fernsehspots, davon 14,4 % (26,1 Mio. €) als Werbung für Lizenzspielzeug. Ein Drittel der TV-PR für Lizenzartikel stammte von Hasbro. Mit einem Anteil von 45 % an allen Ausgaben für Spielzeug- und Spiele-Lizenzwerbung im TV setzten sich die Themen der Walt Disney Company mit Abstand an die Spitze.

Ex-Amazon-Manager führt ab März windeln.de

12.10.17: windeln.de, Münchner Händler unter anderem mit Babybedarf, Mutter- und Kindermode, Kinderwagen, Autokindersitzen, Spielwaren und Kindermöbeln im Sortiment, tauscht im kommenden Frühjahr seine Führung aus, um einen ehemaligen Amazon-Manager ans Ruder zu lassen. Ende März laufen die Verträge mit den geschäftsführenden Gründern Konstantin Urban und Alexander Brand aus, woraufhin diese das Unternehmen verlassen, aber Anteilseigner bleiben. Für zunächst drei Jahre übernimmt dann Matthias Peuckert den Vorstandsvorsitz; er war davor beim Onlinehändler Amazon Deutschland, wo er neben anderen Führungsaufgaben auch für den Bereich Babyartikel verantwortlich zeichnete. Auch der Arbeitsvertrag von windeln.de-Finanzchef Dr. Nikolaus Weinberger endet zum 31.3., wird aber für drei weitere Jahre verlängert. Bis zum 30.6.2019 ist nach derzeitigem Stand der COO Jürgen Vedie verpflichtet. 2016 hatte windeln.de seinen Umsatz bereinigt um die abgestoßenen Aktivitäten mit Einkaufsclubs um 21 % auf 194,8 Mio. € gesteigert, der bereinigte Verlust vor Steuern erhöhte sich jedoch von -9,3 Mio. auf -26,7 Mio. €.

Toys"R"Us Nordamerika meldet Insolvenz an und nimmt neuen Kredit auf

28.09.17: Der Spielwarenhändler Toys“R“Us hat in seinem Heimatland USA und in Kanada für seine dortigen Geschäftsteile Insolvenz beantragt. „Freiwillig“ habe man die dafür nötigen Anträge im amerikanischen Richmond und im kanadischen Ontario eingereicht. Unter gerichtlicher Aufsicht will Toys“R“Us nun seine knapp 5 Mrd. US$ hohen Schulden neu strukturieren und den Konzern wieder auf ein nachhaltiges Kapitalfundament stellen. Die Tochtergesellschaften im übrigen Ausland mit 812 Filialen ? davon 66 in Deutschland, 15 in Österreich, 10 in der Schweiz ?, die rund 255 in Lizenz betriebenen internationalen Standorte und das asiatische Joint Venture mit der Fung-Gruppe sind davon nicht betroffen. Weltweit sollen die etwa 1.600 Toys“R“Us- und Babies“R“Us-Läden, von denen laut Unternehmen die „allermeisten“ profitabel seien, unverändert weiter arbeiten. Geschäftsführer Dave Brandon kommentierte die Nachricht, dies sei der „Anbruch einer neuen Ära“, in der man sich „auf dauerhafte und effiziente Art“ um die „finanziellen Hemmnisse“ kümmern wolle, die Toys“R“Us zurückgehalten hätten. Zusammen mit den Investoren ? die die Schuldenkrise erst ausgelöst hatten, indem sie die Kosten für ihre Übernahme dem Akquisitionsobjekt aufluden ? und den Gläubigern werde man sich daran machen, die langfristigen Verbindlichkeiten neu zu ordnen. Davon erhofft sich Brandon eine größere finanzielle Flexibilität, um wieder Investitionen zu erlauben, mit denen das Filial- und Internetgeschäft angekurbelt werden kann; man sei zuversichtlich, dass die Marken Toys“R“Us und Babies“R“Us so für „viele Generationen“ weiter bestehen könnten.
Das zuständige US-Insolvenzgericht bewilligte eine „Debtor-In-Possession“-Finanzierung (DIP) von 2,2 Mrd. US$, mit dem der Betrieb während der Restrukturierung unter Aufsicht fortgeführt werden soll. Dazu gehören die Auszahlung von Mitarbeiterlöhnen, die Fortsetzung von Kundenbindungsprogrammen und die Modernisierung von Filialen. Für Einkaufende soll sich auch bei Retouren, Garantieleistungen und der Gültigkeit von Geschenkgutscheinen nichts ändern ? zumindest erwartet das die Konzernzentrale nach jetzigem Stand. Lieferanten sollen „in vollem Umfang“ und „zu normalen Bedingungen“ bezahlt werden. Üblicherweise werden DIP-Anleihen genutzt, um kriselnden Firmen einen Neustart zu ermöglichen, aber auch dazu, Unternehmen soweit flott zu machen, dass sie ohne unmittelbares Pleiterisiko verkauft werden können. Insgesamt holte man sich bei einem Bankenkonsortium, darunter JPMorgan und bestehende Toys“R“Us-Geldgeber, einen neuen Kredit über 3,1 Mrd. US$; um auf die volle Summe zurückgreifen zu können, braucht der Händler jedoch die Freigabe der Richter, weshalb eine weitere Anhörung am 10.10. geplant ist. Die für den 26.9. vorgesehene Bekanntgabe der Zahlen für das zweite Quartal wurde vorerst aufgeschoben. In Köln betonte die Toys“R“Us GmbH, dass die Ableger in Europa, Asien und Australien nicht betroffen seien und es sich dabei weder um eine Geschäftsauflösung noch um einen Konkurs nach deutschem Verständnis handle; die Restrukturierung nach „Chapter 11“ in den USA bzw. „CCAA“ (Companies' Creditors Arrangement Act) in Kanada ermögliche es den dortigen Landesgesellschaften, ihre Schuldenlast „signifikant“ zu reduzieren und dabei den Geschäftsbetrieb am Laufen zu halten. So sollen wieder Mittel frei werden, um das Geschäft mit Investitionen anzuschieben.

Toys"R"Us droht von Schuldenberg erdrückt zu werden

15.09.17: Laut Medienberichten hat der amerikanische Spielwarenhändler Toys“R“Us Anwaltskanzleien damit beauftragt, Schulden im Umfang von rund 440 Mio. US$ neu zu strukturieren, die 2018 zur Rückzahlung fällig werden. Weitere 2,6 Mrd. US$ stehen 2019 aus, für die das Unternehmen noch keine Lösung gefunden haben soll. Mitarbeiter aus dem Eigentümerkreis sollen in zunehmendem Maße auch eine Insolvenz als möglichen Ausweg in Betracht ziehen. Toys“R“Us befinde sich in Gesprächen mit potenziellen Neuinvestoren, um 400 Mio. US$ frisches Kapital aufzutreiben, damit zumindest die Fälligkeiten für 2018 bedient werden können. Die schon bestehenden Vereinbarungen seien jedoch ein „Irrgarten“ von Beschränkungen, was die Aufnahme neuer Kredite anbelangt, so das Nachrichtenportal „Forbes“. Ein Großteil der Schulden war 2005 dadurch entstanden, dass die Beteiligungsgesellschaften KKR, Bain und Vornado ihre 6,6 Mrd. US$ schwere Übernahme von Toys“R“Us als „Leveraged Buy Out“ finanziert und dem bereits angeschlagenen Spielzeughändler die Tilgung der daraus resultierenden Bankverbindlichkeiten aufgebürdet hatten. In den Folgejahren war es gelungen, die Kredite mehrfach zu refinanzieren und zu verlängern. Das Gesamtvolumen seiner Schulden hatte Toys“R“Us zum 28.1.2017 mit 4,8 Mrd. US$ angegeben. Im damaligen Geschäftsbericht nannte der Händler sein Schuldenjoch „beträchtlich“ und zählte Risiken auf, die durch diese Belastung entstehen, darunter eine Verletzbarkeit durch wirtschaftliche und branchenweite Rahmenbedingungen und die Tatsache, dass ein erheblicher Teil des Geldflusses aus dem operativen Geschäft zur Tilgung der Kredite verwendet werden muss. Es werde schwieriger, solche und andere Zahlungen pünktlich zu leisten, weil man Gefahr laufe, durch die Betriebstätigkeit nicht mehr das nötige Geld einzunehmen. Hinzu kämen steigende Zinsen. Als Konsequenz werde man gezwungen, Unternehmensteile zu verkaufen, obwohl dies strategisch gar nicht geboten sei, und könne sich keine neuen Finanzmittel besorgen. Allgemein behindere diese Situation die Fähigkeit des Konzerns, auf veränderte Marktgegebenheiten und Konkurrenzdruck zu reagieren, was ihn gegenüber anderen Wettbewerbern ohne eine vergleichbare Last benachteilige. Dennoch könne der Schuldenberg „deutlich“ weiterwachsen und die Risiken dadurch noch verschärfen. Einzelheiten zu seinen Plänen will der Händler zusammen mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal am 26.9. bekannt geben.

Deutscher Videospielmarkt legt nur dank Zusatzinhalten und Abos zu

01.09.17: Im ersten Halbjahr wurden in Deutschland laut BIU (Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware) mit digitalen Spielen für PC, Konsolen und Mobilgeräte insgesamt 1,08 Mrd. € umgesetzt, 11 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon entfielen 509 Mio. €, 47 % des Branchenerlöses und 2,3 % weniger als in der ersten Hälfte 2016, auf Käufe kompletter Spiele per Datenträger oder Download. Virtuelle Güter und Zusatzinhalte setzten hingegen ihr rasches Wachstum fort und steigerten sich um 26 % auf 400 Mio. €. In Spiele-Abonnements und Gebühren für Online-Netzwerke investierten die Deutschen mit 168 Mio. € ebenfalls 26 % mehr. Im Rahmen einer BIU-Umfrage gaben rund 40 % der Spieler an, auch gemeinsam mit anderen zu spielen, vor allem Jüngere (74 % der 16- bis 24-Jährigen); 36 % aller Spieler treffen sich zu Mehrspielerpartien nicht nur online, sondern auch persönlich mit anderen. Der Begriff „eSports“ für wettbewerblich ausgetragene Videospiele steigerte seine Bekanntheit unter allen Deutschen um 5 auf 29 %; unter den Spielern konnten sich 23 % vorstellen, einmal selbst an einem Turnier teilzunehmen. Ein Viertel der Befragten (Vorjahr: 21 %) hielt es für möglich, sich im kommenden Halbjahr eine Virtual-Reality-Brille zu kaufen.
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