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Branchenbrief aktuell

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Übersicht
24.05.17: Roco / Fleischmann übernimmt Modellbahnshop
24.05.17: Chinesische Alpha Group expandiert in Europa
11.05.17: Blue Ocean mit Rekordjahr und Schreibwaren-Kooperation
11.05.17: Ex-Ravensburger-Chef nun Schleich-Beirat
27.04.17: Toys"R"Us verlangsamt Umsatzrückgang


Ältere  Meldungen

Roco / Fleischmann übernimmt Modellbahnshop

24.05.17: Einer der führenden Modellbahnhersteller übernimmt einen der bekanntesten Onlineshops: Die Modelleisenbahn-Gruppe, Eigentümerin der Modellbahnmarken Fleischmann und Roco, wird ihre Beteiligung an der Detmolder Casisoft Mindware GmbH und damit an deren Internethändler Modellbahnshop Lippe im Juni von etwas mehr als einem Viertel auf 100 % erhöhen. Dies teilte die österreichische Holding Handelspartnern in einem Schreiben mit. Claus Wiebke, bisher geschäftsführender Casisoft-Gesellschafter, verabschiedet sich mit 67 Jahren in den Ruhestand. Schon jetzt wird Casisoft von Gerhard Joiser geleitet, dem Finanz- und Vertriebschef der Modelleisenbahn-Gruppe. Eine Bevorzugung von Roco- und Fleischmann-Produkten soll es im Shop nicht geben, geplant ist wie gehabt ein Vollsortiment mit einer Vielzahl von Marken. Neben dem Onlineversand betreibt der Händler auch zwei Läden in Detmold und Bremen.

Chinesische Alpha Group expandiert in Europa

24.05.17: Antoine Erligmann ist als neuer Vice President Media der chinesischen Alpha Group für den Ausbau der Medien-, Fernseh- und Lizenzaktivitäten in Europa, dem Mittleren Osten und Asien verantwortlich. Die Gruppe produziert Trickfilmserien, digitale Spiele und unter der Marke Auldey Toys Spielzeug zu Themen wie den „Super Wings“, einer computeranimierten Serie mit lebendigen Flugzeugen in „Cars“-Optik, die in Deutschland auf dem KiKA läuft. Außerdem soll Erligmann das Spielwarengeschäft weiterentwickeln, das kürzlich neue Büros für Frankreich, Großbritannien und Nord- / Osteuropa eröffnet hatte. Der Manager kommt vom kanadischen Kinderunterhalter Nelvana, wo er ebenfalls in den EMEA-Märkten für den Vertrieb von Themen wie „Bakugan“, „Beyblade“, „Zhu Zhu Pets“ oder „Babar“ zuständig war. Davor hatte er für den Spielwarenhersteller Smoby, Warner Bros. Consumer Products und den Einzelhändler Carrefour gearbeitet. Innerhalb der nächsten zehn Jahre will Alpha in Europa zu einem der führenden Anbieter von Kinderunterhaltung und dazugehörigem Spielzeug werden, wobei der neue Manager helfen soll. Die Alpha-Serie „Infinity Nado“ bedient sich eines „Beyblade“-ähnlichen Prinzips mit Kampfkreiseln, weitere Marken sind für 2018 angekündigt. Neben den schon erwähnten Geschäftsfeldern engagiert sich Alpha mit Sitz in Guangzhou auch als Co-Produzent von Hollywoodfilmen; so beteiligte man sich an der Finanzierung des Leonardo-DiCaprio-Abenteuers „The Revenant“ und an der Videospieladaption „Assassin’s Creed“. Darüber hinaus gestaltet man Freizeitparks, Musicals und Lerninhalte. Von ihren 18.000 Mitarbeitern beschäftigt die 1993 gegründete Gruppe 12.000 in ihren drei chinesischen Fabriken.

Blue Ocean mit Rekordjahr und Schreibwaren-Kooperation

11.05.17: Der Stuttgarter Verlag Blue Ocean Entertainment hat 2016 im zehnten Jahr nach seiner Gründung mit insgesamt 57 regelmäßig veröffentlichten Kinderzeitschriften sowie Sammelaufklebern, Karten und Apps 59,8 Mio. € umgesetzt, 30,3 % mehr als im Vorjahr und so viel wie noch nie. Wie die Burda-Tochter mitteilte, sei dies das sechste Jahr in Folge mit einem Umsatzplus gewesen und die dritte Bilanz hintereinander mit einer zweistelligen Steigerung. Zwei der drei erfolgreichsten Themen des Zeitschriftenprogramms kamen aus dem Spielzeugbereich: Playmobil mit den offiziellen Magazinen zur Marke und der von Playmobil inspirierten „Super 4“-Fernsehserie sowie Lego mit gleich einem halben Dutzend verschiedenen Zeitschriften zu den Spielwelten „City“, „Elves“, „Friends“, „Nexo Knights“, „Ninjago“ und „Star Wars“ erwiesen sich zusammen mit der Coppenrath-Mädchenlizenz „Prinzessin Lillifee“ als die größten Wachstumsmotoren in Sachen Magazine, Sticker und Sammelkarten. Deutschlandweit erschienen im Berichtsjahr 573 einzelne Objekte und ließen den Umsatz um 22,3 % auf 45,7 Mio. € zulegen; damit sei man laut Geschäftsführerin Sigrun Kaiser dem Ziel, zum größten Kinderzeitschriftenverlag im deutschsprachigen Raum zu werden, „einen entscheidenden Schritt nähergekommen“. Im Ausland schaffte Blue Ocean eine Steigerung um fast zwei Drittel (+ 65,6 %) auf 14,1 Mio. €; auch europaweit strebt das Stuttgarter Management in den kommenden Jahren die Führungsposition an. Hauptkonkurrent ist der zur skandinavischen Egmont-Gruppe gehörende „Micky Maus“-Verlag Egmont Ehapa.
Zusammen mit Ravensburger bringt Blue Ocean zum ersten Mal Schreibwaren in den Handel: Passend zum dritten „Ostwind“-Pferdefilm „Aufbruch nach Ora“, der am 27.7. im Kino anläuft, sind ab Juni zwölf Fanartikel erhältlich, darunter Notiz- und Tagebücher, Hausaufgabenhefte, Sammelmappen, Briefpapier, Kugelschreiber, Geldbeutel und Armbänder. Die Idee geht auf Blue Ocean zurück; der Verlag hatte schon länger vor, in den Schreibwarenmarkt einzusteigen. Ravensburger betrachtet Papeterie nach eigener Aussage als „sinnvolle“ Ergänzung seines Buchprogramms und veröffentlichte schon bisher „Ostwind“-Puzzles. Blue Ocean seinerseits publiziert das Fanmagazin zum Film.

Ex-Ravensburger-Chef nun Schleich-Beirat

11.05.17: Karsten Schmidt (61), der zum 1.4. nach 15 Jahren den Vorstandsvorsitz der Ravensburger AG an ein Mitglied der Gründerfamilie abgegeben hatte, hat zum 1.5. den Beiratsvorsitz des Schwäbisch Gmündener Figurenherstellers Schleich übernommen. Das vom französischen Investor und Hauptgesellschafter Ardian berufene Gremium berät das Unternehmen und erfüllt eine Aufsichtsfunktion. Als „Active Chairman“ soll sich der frühere Ravensburger-Chef vor allem in den Bereichen Marketing, Business Development und Produktentwicklung strategisch einbringen. Schmidts Vorgänger Dr. Konrad Hilbers (53), ein ranghoher Ardian-Berater, wird zum Ko-Vorsitzenden. Wie alle anderen Mitglieder des Schleich-Vorstands und die externen Beiräte beteiligte sich auch Schmidt laut Firmenangaben in „signifikantem“ Umfang als Gesellschafter am Eigenkapital. Schleichs Geschäftsführer Dirk Engehausen sagte zu der Ernennung, Karsten Schmidt sei ein ausgewiesener Branchenkenner, der zahlreiche Trends in der Spielzeugindustrie erfolgreich gesetzt habe und den er auch persönlich seit vielen Jahren schätze; der sprechende „tiptoi“-Stift etwa half Ravensburger, vom sechst- zum zweitgrößten deutschen Spielzeuganbieter zu werden. Die laufende Erweiterung des Schleich-Sortiments auf komplette Spielwelten mit zusammenhängenden Spielsets soll fortgesetzt werden. Weitere Beiratsmitglieder sind neben Schmidt und Hilbers Schleichs früherer Geschäftsführer Dr. Thomas van Kaldenkerken (53), Reinhard Springer (68), Gründer und ehemaliger Chef der Werbeagentur Springer & Jacoby, sowie als Ardian-Vertreter Caspar von Meiborn (46). Das Management besteht außer Engehausen aus Finanzchef Erich Schefold und COO Karl von Bodelschwingh.

Toys"R"Us verlangsamt Umsatzrückgang

27.04.17: Im Geschäftsjahr 2016/17, das am 28.1. endete, setzte der Spielwarenhändler Toys“R“Us weltweit 11,54 Mrd. US$ um, 2,2 % weniger als im Vorjahr. Als Hauptursachen führte das Unternehmen Filialschließungen in den USA an, darunter der bekannte Flaggschiff-Standort am New Yorker Times Square. Außerdem seien die Erlöse auch flächenbereinigt um 1,4 % gesunken; so schrumpften die Einnahmen, obwohl in den Vereinigten Staaten 16 Läden geschlossen und 29 neu ? teils als kleinere Outlet- und Express-Shops ? eröffnet wurden und im Ausland 73 Neueröffnungen nur 17 Schließungen gegenüberstanden. In den USA sorgte vor allem der schwache Entertainment-Bereich mit Videospielen und Unterhaltungselektronik für ein flächenbereinigtes Minus von 1,3 %, doch auch Babyartikel schnitten schlechter ab; das Kernsortiment mit Spielzeug, Saisonware und Lernprodukten hingegen konnte sich um 2,5 % verbessern. Im Ausland wurde auf vergleichbarer Fläche 1,6 % weniger eingenommen, wobei sich einzig der Babybedarf positiv entwickelte. Europa und der Asien-Pazifik-Raum büßten Erlös ein, während Kanada zulegte. Im Vorjahr hatte Toys“R“Us unterm Strich noch einen Umsatzrückgang von 4,5 % gemeldet. Gebremst werden konnte der Negativtrend auch beim Nettoergebnis: Der Vorjahresverlust von 130 Mio. US$ fiel auf ein Defizit von 36 Mio. US$, ließ aber vom operativen Gewinn von 460 Mio. US$ (+ 22 %) nichts übrig. Teilweise kam die Ergebnisverbesserung durch den Verkauf der Marke FAO Schwarz zustande, für die man von der ThreeSixty Group 45 Mio. US$ kassierte. Weiter wurden Kosten eingespart und Bonuszahlungen an das Management gekürzt; reduzierte Boni waren im Schlussquartal maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Betriebsausgaben um 46 Mio. US$ niedriger waren. Als Segen und Fluch zugleich erwies sich das Wachstum des Onlinevertriebs um 11 %, denn dieser Anstieg bewirkte höhere Versand- und Lagerkosten.
Im vierten Quartal war Toys“R“Us’ Umsatz um knapp 4 % auf 4,661 Mrd. US$ gesunken, flächenbereinigt um 3 % (USA - 2,3 %, international - 4,2 %). Eine „spürbare Schwäche“ habe es in Europa gegeben, wo vielleicht auch deshalb erst kürzlich die Führungsebene umgebaut wurde. Neben dem Umsatzanteil von 40 % am Gesamtjahr verdeutlichte auch der Nettogewinn von 341 Mio. US$ (+ 23,6 %), wie wichtig das Schlussquartal für den Spielzeughändler ist. Ende Januar verfügte Toys“R“Us über Barmittel von 566 Mio. US$ und konnte im Rahmen von Kreditlinien auf weitere 905 Mio. US$ zugreifen. Mit langfristigen Schulden von 4,64 Mrd. US$ schob das Unternehmen eine etwas höhere Last vor sich her als im Vorjahr, als dieser Posten 4,61 Mrd. US$ betragen hatte. Geschäftsführer Dave Brandon sagte zur Bilanz, die Weihnachtsverkäufe hätten zwar stark begonnen, in den Wochen nach dem „Black Friday“ (25.11.) sei das Geschäft aber schleppend verlaufen, und die Konkurrenz habe intensiv Werbung betrieben. Zusammen mit der anhaltenden Schwäche der Technik- und Babysparten habe dies zu einem enttäuschenden Gesamtjahr beigetragen. Im laufenden Jahr will Toys“R“Us versuchen, unter anderem mit einem neuen Onlineshop und erweiterten Kooperationen in Asien gegenzusteuern.
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